Amalgam beim Zahnarzt

Diskussion über Amalgam in der Zahnarzt-Praxis

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Amalgamfüllungen führen seit Medienberichten schon seit vielen Jahren zur Verunsicherung vieler Patienten.Schätzungsweise 2200 Tonnen Quecksilber lagern in Form von Amalgamfüllungen in den Zähnen der EU-Bürger. Der Füllstoff ist in den letzten Jahren vermehrt ins Blickfeld der Bevölkerung geraten. Berichte über unerwünschte Nebenwirkungen von Amalgam haben bei vielen Betroffenen zu Verunsicherungen geführt. Zunehmend fragen sich Patienten, ob das Material eine sinnvolle Lösung für Zahnfüllungen darstellt. Warum sorgt Amalgam seit Jahrzehnten für Diskussionen und wird gleichzeitig von Millionen im Mund getragen?

Inhaltsübersicht

  1. Was ist Amalgam?
  2. Seit wann wird Amalgam verwendet?
  3. Wie giftig ist Amalgam wirklich?
  4. Warum wird der zahnmedizinische Einsatz von Amalgam nicht verboten?
  5. Welche Arten der Zahnfüllungen gibt es außer Amalgam?
  6. Wie sind die Kosten bei einer Amalgamentfernung beim Zahnarzt?
  7. Amalgam Fazit


Was ist Amalgam?

Seit dem frühen 19. Jahrhundert wird Amalgam massenj

Amalgam ist eine Legierung aus verschiedenen Metallen, darunter Silber, Kupfer, Zinn und Quecksilber, die zum Füllen von Zahndefekten verwendet wird. Das metallische Füllmaterial ist sehr plastisch und lässt sich selbst unter schwierigen Bedingungen im Mundraum gut verarbeiten. Nach dem Aushärten besitzen Plomben aus Amalgam eine hohe Haltbarkeit.


Seit wann wird Amalgam verwendet?

Seit dem frühen 19. Jhd. wurde Amalgam vielfach für Zahnfüllungen verwendet. Damals lag der Quecksibleranteil allerdings noch bei 50 Prozent.

Spätestens seit 1820 fand Amalgam massenhaft als Zahnfüllungsmaterial nach einer Entfrenung von Karies Verwendung. Aufzeichnungen über Amalgamplomben dieser Zeit finden sich unter anderem aus London und Paris. Die damalige Mischung des Füllmaterials enthielt noch etwa 50 % reines Quecksilber. Heute ist das Mischungsverhältnis ein anderes, maximal 3% Quecksilber werden der Legierung beigemengt.


Wie giftig ist Amalgam wirklich?

Zwar ist Quecksilber nachweislich gesundheitsschädigend, allerdings konnte seine gefährdende Wirkung in den modernen Mischungen nicht wissenschaftlich bewiesen werden.

Gesundheitliche Bedenken bezüglich des Quecksilbers sind begründet, hinsichtlich der modernen Amalgamfüllungen jedoch weiterhin umstritten. Menschen, bei denen mehrere verschiedene Metalle (Amalgam, Gold, Silber) im Mund vorhanden sind, haben nachweislich erhöhte Quecksilberwerte in Urin und Blut. Durch elektrochemische Korrosion können sich Quecksilberionen aus dem Amalgam im Mund lösen und zu einer Amalgamvergiftung führen. Auch weitere Metalle der Füllung, wie Zinn und Kupfer, gelangen aufgrund von Abrieb in den Organismus. Das Quecksilber wird vor allem im Fettgewebe eingelagert und übt von dort seine neurotoxische Wirkung aus, denn auch das Nervengewebe ist von Fett durchzogen. Deshalb empfiehlt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Schwangeren, Heranwachsenden mit Milchgebiss und Nierenkranken auf Amalgamfüllungen zu verzichten.

Bei gesunden Patienten mit Amalgam im Mund ist die vierfache Anreicherung der anorganischen Quecksilberwerte im Blut zwar nachweisbar, die Werte liegen aber deutlich unter der kritischen Belastungsgrenze. Ein direkter Zusammenhang zwischen den erhöhten Blutwerten und den häufig zitierten Beschwerden (Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel, Reizbarkeit, Depression, Muskelzittern, Verdauungsstörungen und Allergien) konnte nicht nachgewiesen werden. Aktuelle Studien kommen allerdings zu dem Ergebnis, dass eine Amalgamentfernung nachweislich zu einem Absinken der Quecksilberwerte in Blut und Speichel führt. Die Patienten berichteten in der Regel von einer deutlichen Besserung der subjektiv empfundenen Beschwerden. Vor diesem Hintergrund ist die immer wieder geführte Debatte um das Amalgamverbot sinnvoll.


Warum wird der zahnmedizinische Einsatz von Amalgam nicht verboten?

Laut einem Konsenspapier des Bundesgesundheitsministeriums, des BfArM und zahlreicher zahnärztlicher Vereinigungen aus dem Jahre 1997, Empfehlungen der Europäischen Union und diversen Forschungsarbeiten kann kein Nachweis der Gefährdung durch Amalgam festgestellt werden. Aktuell gelten Amalgamfüllungen für die gesetzlichen Krankenkassen als Standardlösung.

Welche Arten der Zahnfüllungen gibt es außer Amalgam?

Alternativen zur Amalgamfüllung stellen Kunststoff, Gold oder Keramik dar.

Amalgam ist bei weitem nicht das einzige Füllmaterial. Alternative Zahnfüllungen aus Keramik und Gold sind aus toxikologischer Sicht unbedenklich, sofern diese zementiert und nicht eingeklebt werden. Kunststofffüllungen, wie Ormocere oder Komposit, können hingegen Nachteile bergen. Einerseits sind die Kunststoffinlays statistisch betrachtet weniger beständig als Füllungen aus Amalgam, ferner ist die toxikologische Unbedenklichkeit der Kompositfüllungen möglicherweise fraglich, da die Füllmasse aus bis zu 200 chemischen Verbindungen bestehen kann.


Wie sind die Kosten bei einer Amalgamentfernung beim Zahnarzt?

Die Kosten für einen Auatausch berechnen sich einerseits durch die Entfernung. Hinzu kommen die Kosten je nach gewählter Füllungsart.

Pro zu sanierendem Zahn ist mit mindestens 40 Euro zu rechnen. Zusätzlich kommen noch die Kosten für neues Füllmaterial hinzu. Wenn Sie als Patient sich mit dem Amalgam im Mund in ihrem gesundheitlichen Wohlbefinden beeinträchtigt fühlen, kann eine Entfernung also durchaus sinnvoll sein. Wir helfen Ihnen gerne weiter und beraten Sie umfassend über die Möglichkeiten, die Sie hinsichtlich der individuellen Situation Ihrer Zähne haben. Sprechen Sie mit uns und informieren Sie sich, wie Ihr Gebiss im Rahmen einer Zahnbehandlung von Amalgam befreit werden kann.

Amalgam Fazit

  • alte Amalgamfüllungen stehen im Verdacht u.a. Kopfschmerzen und Allergien auszulösen
  • eine Gesundheitsgefährung durch moderne Amalgamfüllungen mit 3% Quecksilberanteil konnte nicht nachgewiesen werden
  • unbedenkliche alternative Zahnfüllungen: Keramik und Gold sind unbedenklich
  • Kunsttofffüllungen enthalten viele chemische Verbindungen, die ebenfalls problematisch sein könnten
  • Kosten für Amalgamentfernung sind selbst zu tragen, setzen sich zusammen aus Entfernung und Kosten für neue Füllung

Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 15.12.2015

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