Mundspülung

Mundspülung im Test - Zahnzwischenraumreinigung als Schutz vor Plaque, Gingivitis und Parodontose

Viele Menschen nutzen zur Mundhygiene regelmäßig Mundspülungen. Wir zeigen, wie sie wirken und welche die Richtige für Sie ist. Zur Ergänzung der alltäglichen Mundhygiene können, neben Zahnbürste, Zahnpasta und Zahnseide, auch Mundspülungen sinnvoll genutzt werden. Wann es sich lohnt, die Spüllösung einzusetzen, welche Marken empfehlenswert sind sowie Tipps zur richtigen Anwendung erfahren Sie hier.

Inhaltsübersicht:

 

Was ist eine Mundspülung?

 Zahlreiche Studien belegen inzwischen die Wirksamkeit von Mundspülungen. Sie schützen vor Plaque, Karies und Parodontose.

Die Mundspülung stellt ein ergänzendes Mittel zur Zahnpflege dar. Es gibt eine Reihe verschiedener Mixturen von Mundwässern, die zahnmedizinische Wirkung entfalten können oder vor allem kosmetisch wirken. Eine gute medizinische Mundspülung schützt vor Parodontose und Karies und verhindert die Bildung von Plaque. Zusätzlich verleiht das Spülen frischen Atem.

Wozu dient sie?

Zahlreiche Studien belegen inzwischen die Wirksamkeit medizinischer Mundspülungen. Sie können, je nach Rezeptur, vor Plaque, Karies und Parodontose schützen.Mundspülungen bekämpfen schädliche Mikroorganismen im Mund, beugen so Karies, Plaquewachstum und Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) vor. Die Wirksamkeit medizinischer Mundwässer für die Karies-und Zahnfleischprophylaxe ist mittlerweile in einer großen Anzahl von Studien belegt.

Welche Inhaltsstoffe enthalten Mundspülungen?

Die bunten Lösungen müssen nicht nur den Verbrauchern gefallen, sie sollten auch aus zahnmedizinischer Sicht Sinn machen. Neben dem Hauptbestandteil Wasser steckt in vielen Mundspülungen Alkohol, Mediziner sehen das skeptisch. Zwar wirkt Alkohol desinfizierend, allerdings erst ab einer Konzentration von 40 Prozent. In den Mundspülungen stecken aber nur fünf bis 30 Prozent, der beigemischte Alkohol hat also keinen antibakteriellen Nutzen. Auch als Lösungsmittel für bestimmte Inhaltsstoffe ist Alkohol nicht zwingend erforderlich. In jedem Fall sind alkoholhaltige Mundspülungen für:

  • Kinder,
  • Schwangere,
  • chronisch Kranke und
  • Menschen mit Alkoholproblemen ungeeignet.
Viele Mundspülungen enthalten entzündungshemmende Stoffe wie beispielsweise ätherische Öle. Einige der Spüllösungen enthalten auch Stoffe, die Entzündungen reduzieren. Produkte mit besonders hohen Konzentrationen an Inhaltsstoffen wie etwa ätherischen Ölen, Chlorhexidin, Jod, Triclosan oder Zinnfluorid gelten als medizinisch wirksam und sind meist nur über die Apotheke zu beziehen.

Ätherische Öle in der Mundspülung
Die Benutzung der medizinischen Produkte aus der Apotheke sollte mit dem Zahnarzt abgesprochen werden, denn für den Langzeiteinsatz sind sie nicht geeignet. Mundspüllösungen aus der Drogerie enthalten geringere Konzentrationen und können bedenkenlos verwendet werden.

Was unterscheidet kosmetische Mundwässer von wirkstoffhaltigen Mundspülungen?

Schlechter_AtemEin Mundwasser für kosmetische Zwecke soll vor allem für einen erfrischten Atem sorgen. Es ist in konzentrierter Form erhältlich und wird verdünnt angewendet, weshalb es als Mundspüllösung bezeichnet wird. Sie enthalten meist Menthol oder Pfefferminzessenzen, die schlechte Gerüche überdecken. Sobald sie sich allerdings verflüchtigt haben, kehrt der Mundgeruch zurück, der meist auf Bakterien in der Mundhöhle basiert.

Eine nachhaltige Mundhygiene ist daher die tatsächliche Basis für frischen Atem und eine gesunde Mundflora.

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Mundspülungen gegen Karies

Schon allein das Spülen des Mundes mit Leitungswasser nach dem Essen hilft, der Kariesentwicklung ein Stück weit entgegenzuwirken. Zwei Arten spezieller Mundspülungen wurden daher entwickelt, um diesen Effekt um ein Vielfaches zu verstärken. Einerseits können sie Stoffe enthalten, die den Zahnbelag auflockern, andererseits können Fluoride zugesetzt sein, die ab einem Wirkstoffgehalt von 0,025% gezielt der Neubildung von Karies entgegenwirken.

Mundspülungen zur Zahnfleischpflege

Mundwässer, die explizit der Zahnfleischpflege dienen sollen, enthalten meist Kräuter, die die Durchblutung fördern und somit zur Stärkung des Zahnfleischs beitragen. Andere Kräuter, aber auch Allantoin oder Vitamin A haben eine beruhigende Wirkung und lindern Reizsymptome.

Mundspülungen zur Zahnfleischpflege

Darin liegt allerdings auch eine Gefahr, da entzündetes Zahnfleisch durch das Zurückgehen der Symptome gesund wirken kann. Treten Blutungen auf, sollten Sie dennoch dringend zum Zahnarzt gehen mit diesem Problem, da sich das Problem zu einer Parodontitis auswachsen kann.

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Für welche Art von Präparat sollte ich mich entscheiden?

Kombinationspräparate haben gegenüber Monopräparaten den Vorteil, dass mit nur einer Mundspülung mehrere erwünschte Wirkungen erreicht werden können. Obwohl es bei Mundspülungen bisher keine Hinweise auf zusätzliche Nebenwirkungen eines dauerhaft kombinierten Wirkstoffeinsatzes gibt, sollte langfristig auch dieser Aspekt beachtet werden. Wer daher mit Vorsicht vorgehen möchte, kann sich für ein Mundwasser entscheiden, das das wichtigste Problem bekämpft. Fragen Sie Ihren Zahnarzt um Rat, wenn Sie unsicher sind.

Für wen eignet sich die Anwendung eines medizinischen Mundwassers besonders?

Auf jeden Fall sollte man nicht vergessen, dass für die meisten Menschen eine regelmäßige, mechanische Zahnreinigung (Zahnbürste, Zahnseide, Interdentalbürsten) zur Vorsorge von Zahnschmerzen, Mundgeruch und Zahnbetterkrankungen in vielen Fällen ausreicht und regelmäßige Mundspülungen nur eine unterstützende Wirkung haben können.

In bestimmten Situationen kann die Mundspülung allerdings hilfreich sein, wenn beispielsweise unterwegs keine Möglichkeit zum Zähneputzen besteht. Zudem kann sie gut zur unmittelbaren Desinfektion z.B. nach dem Oralsex angewendet werden. Essen Sie gerne sauer, ist ebenfalls ein eventueller Einsatz direkt nach dem Genuss von Obst und Säften angebracht, da eine Zahnbürste den Zahnschmelz beschädigen kann.

In speziellen Fällen kann aber der Einsatz der medizinischen Mundspülung durchaus auch im Alltag empfohlen werden:

  • Für Träger fester Zahnspangen (Brackets)
  • Nach der Parodontose-Behandlung
  • Wenn die Zahnhälse freiliegen
  • Bei Patienten mit Behinderungen oder altersbedingten Einschränkungen, die eine selbständige regelmäßige Mundhygiene wie oben beschrieben nicht zulassen

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Wie wird die Mundspülung angewendet?

Nachdem Essensreste und Plaque durch die mechanische Zahnreinigung per Zahnbürste entfernt worden sind, sind höchstens 70 Prozent der Oberflächen gesäubert. Da die Zahnbürste nur die Kau- und Glattflächen erreicht, sind Zahnzwischenräume und Zunge auch nach dem Putzen nicht ausreichend gereinigt und bieten gute Bedingungen zur Vermehrung von Bakterien.

Mundspülung richtig anwenden
Die Mundspülung sollte daher direkt nach dem Zähneputzen zur Anwendung kommen. Damit die Spüllösung ihre volle Wirkung entfalten kann, sollten Sie die Flüssigkeit etwa 30 Sekunden lang kräftig im Mund hin und her zu bewegen, um die Zahnzwischenräume durchzuspülen. Durch Gurgeln werden Bakterien im hinteren Mundraum und am Ende der Zunge beseitigt. Anschließend wird die Mundspülung ausgespuckt. Vom Nachspülen mit Wasser ist abzusehen, um die Langzeitwirkung nicht zu beeinträchtigen.

Täglich muss die Mundspülung übrigens nicht sein. Zweimal am Tag putzen und einmal täglich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide reinigen reicht aus, um die bakterielle Belastung in Schach zu halten.

Weshalb darf man nach dem Spülen die Lösung nicht schlucken?

Obwohl die Mundspülung keine wirklich gefährlichen oder giftigen Inhaltsstoffe enthält, sollte sie nicht verschluckt werden. Gelangen mal kleine Mengen in den Magen, ist dies unbedenklich. Doch in größeren Dosierungen können die antiseptischen Bestandteile Speiseröhre und Magen reizen sowie Nebenwirkungen wie Erbrechen und Durchfall bewirken. Deshalb wird vor dem Verschlucken auf jeder Flasche gewarnt.

Warum sind Mundspülungen für Kinder nicht geeignet?

Kinder unter sechs Jahren sollten keine Mundspüllösung verwenden, um ein Verschlucken zu vermeiden. Der enthaltene Alkohol und andere chemische Stoffe können den Nachwuchs schädigen.

Kinder unter sechs Jahren sollten keine Mundspüllösung verwenden, um ein Verschlucken zu vermeiden. Der enthaltene Alkohol und andere chemische Stoffe können den Nachwuchs schädigen.Bei Kindern unter sechs Jahren besteht die Gefahr des Verschluckens, deshalb dürfen sie laut Kinderzahnarzt keine Mundspülung benutzen. Die verschiedenen medizinischen Wirkstoffe können sonst zu den oben genannten Effekten führen.

Bis zu einem Alter von etwa 12 Jahren sollten Eltern zu einer speziellen Kindermundspülung greifen. Sie schmeckt Kindern nicht nur besser, sondern enthält auch keinen Alkohol.

Welche Mundspülung ist die Beste im Test?

 Laut Stiftung Warentest können künstige Mundspülungen gegen Karies wirken. Wer mehr möchte, sollte zu bestimmten Markenprodukten greifen.

In einer Studie der Stiftung Warentest wurden 18 Produkte untersucht. Zehn Mundspülungen schnitten im Test gut oder sehr gut ab. Die Experten bestimmten für die Untersuchung den Fluoridgehalt, die Art der Fluoride sowie den pH-Wert. Auch der Alkoholgehalt sowie die Konzentration einiger anderer Chemikalien wurden ermittelt.

Die im Test ermittelten Werte stehen für die Wirksamkeit bei der Vorbeugung verschiedener Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparates (Parodontiums), also einerseits der Prophylaxe bei Karies und andererseits die Plaque- und Gingivitisvorbeugung. Produkte, die beispielsweise gegen Karies effektiv wirken, punkten nicht unbedingt auch im zweiten Prophylaxesektor. Der Verbraucher muss also auch hier wieder entscheiden, welche Prophylaxe er wünscht und mit seinem Zahnarzt besprechen, welche Mundspülungen für ihn am besten geeignet sind.

Discounterprodukte können vor Karies schützen, Rundumschutz kostet mehr

Laut Stiftung Warentest können günstige Mundspülungen helfen Karies vorzubeugen. Wer mehr möchte, sollte zu bestimmten Markenprodukten greifen. Diesmal vergab die Stiftung Warentest kein Gesamturteil, dafür erhielt jede Mundspülung Noten für ihre vorbeugende Wirkung in Sachen Karies, Zahnbelag und Zahnfleischentzündung. Sechs Präparate bekamen in beiden Kategorien die Note "gut". Ein "sehr gut" gab es lediglich für zwei Produkte, nur leider nicht in beiden Kategorien.

Die Mundspülung von Aldi (bei Aldi Nord Eurodont und bei Aldi Süd Friscodent) wurde im Kampf gegen Karies mit "sehr gut" bewertet, erhielt allerdings bei der Plaque- und Gingivitisvorbeugung nur ein "befriedigend". Das antiseptische Arzneimittel Dynexan proactiv 0,2 % wurde in Sachen Zahnbelag und Zahnfleischentzündung mit "sehr gut" bewertet, dafür konnten die Tester bei der Vorbeugung gegen Karies keine Wirkung feststellen.

Sowohl die Mundspülungen von Aldi als auch Dynexan können bei spezifischen Problemen sinnvoll sein, für alle anderen empfehlen sich die sechs durchweg guten Produkte. Sie schützen Zähne und Zahnfleisch rundum. Der Zahnarzt berät, welche Mundspülung die beste individuelle Prophylaxe für Sie bietet.

Urteil von Stiftung Warentest: die sechs besten Mundspülungen

Folgenden sechs Präparaten wurde von der Stiftung Warentest eine gute vorbeugende Wirkung gegen Karies, Plaque und Gingivitis bescheinigt:

  • Chlorhexamed Zahnfleischschutz Mundspüllösung
  • Odol-med3 Extreme Mundspülung
  • Meridol Mundspüllösung
  • One Drop Only Mundspülung Zx3
  • Sensodyne Zahnspüllösung für schmerzempfindliche Zähne (Zahnschmerz bei Temperaturwechseln)
  • Odol-med3 Junior Zahnspülung

Die Mundwässer Perlodent, Listerine, Elmex und Biorepair wurden nicht getestet.

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Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie 
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Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 30.05.2016

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