Dormicum beim Zahnarzt

Dormicum - Entspannte Zahnbehandlung im Tiefschlaf

Stress und Angst führen dazu, dass viele Menschen den notwendigen Besuch beim Zahnarzt immer wieder hinausschieben oder gar versäumen. In der Folge werden die Zahnprobleme größer, die Folgebehandlungen langwieriger und meist auch schmerzhafter. Viele Patienten sind so stark von ihrer Zahnarztangst gelähmt, dass sie ihre Zahnprobleme viele Jahre lang mit sich tragen. Mit einer Behandlung unter Dormicum, was Sie in den Tiefschlaf versetzt, können Sie sich angst- und stressfrei behandeln lassen.

Patienten mit ausgeprägter Angst vor dem Zahnarzt haben es entsprechend schwer, ihre Zahnprobleme in den Griff zu bekommen. Oft kann der Zahnarzt nur Schmerzen beseitigen und das Nötigste tun. Folgetermine werden dann oft nicht eingehalten, weil die Angst einfach zu überwältigend ist. Viele Zahnärzte unterschätzen noch immer die Stressituation, in der sich Angstpatienten befinden und gehen nicht genügend auf ihre Ansprüche ein. Es gibt mittlerweile sehr gute Mittel und Wege, den Gang zum Zahnarzt zu erleichtern und die Angst zu lindern. Eine Zahnbehandlung mit Dormicum ist eine Möglichkeit für Zahnbehandlungen ohne Stress und Panik. Wir zeigen Ihnen, wie es wirkt, wann es eingesetzt wird und wie es auch Ihnen zu einer entspannten Zahnbehandlung verhelfen kann.

Inhaltsübersicht

  1. Was ist Dormicum?
  2. Wofür wird es verwendet?
  3. Warum Dormicum beim Zahnarzt?
  4. Wie kann es bei der Behandlung von Risikopatienten helfen?
  5. Warum eignet es sich zur Behandlung von Menschen mit Behinderungen?
  6. Dosierung, Verabreichung und Wirkung von Dormicum
  7. Was ist vor der Behandlung unter Dormicum zu beachten?
  8. Wie verhalte ich mich danach?
  9. Welche Vorteile hat eine Sedierung mit Dormicum?

 

Was ist Dormicum?

Der Name dieses Medikaments der Firma Hoffmann-Laroche leitet sich vom lateinischen Begriff für Schlafen ab. Dormicum versetzt die Patienten über eine Injektion als Injektionslösung in einen schlafähnlichen Zustand mithilfe des enthaltenen Arzneistoffs Midazolam. Dormicum ist ein Mittel, um Angstpatienten in völlige Tiefenentspanntheit zu versetzen

Dieses Sedativum eignet sich daher auch zur Behandlung von Patienten mit Angst vor Behandlungen beim Zahnarzt. Innerhalb weniger Sekunden nach der Injektion ist ein Grad der Tiefenentspannung erreicht, der angst- und schmerzfreie Behandlungen sogar bei Kindern und Patienten mit geistigen Behinderungen möglich macht. Im Gegensatz zur oralen Aufnahme in Form von Filmtabletten, wird der Wirkstoff Midazolam bei der intravenösen Verabreichung in Form des Dormicums von den meisten Menschen sehr gut vertragen.

Wofür wird es verwendet?

Da Dormicum entspannend wirkt und Sie zum Einschlafen bringt, wird es vor allem dazu verwendet, eine allgemeine Vollnarkose herbeizuführen. Außerdem kann es dafür genutzt werden, eine tiefere Narkose einzuleiten. Aber auch für eine Beruhigung im wachen Zustand, der so genannten Sedierung hat sich das Mittel bewährt. Hier kommt es ganz auf die Dosierung an. Inbesondere für unangenehme Untersuchungen oder bei kleineren Eingriffen.

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Warum Dormicum beim Zahnarzt?

Die Zeiten, in der Sie mit einer ausgeprägten Zahnarztphobie den Zahnarztbesuch gemieden haben, sollten der Vergangenheit angehören. Die einfühlsame Behandlung von Angstpatienten und Phobikern und problemloses Durchführen auch von umfangreichen und hochwertigen Zahnsanierungen ist heute in der Zahnarztpraxis endlich möglich. Dormicum wird beim Zahnarzt eingesetzt, da damit eine Behandlung auch bei entsprechend großer Angst möglich ist.

So sind die Behandlung im Tiefschlaf mit Dormicum und die Behandlung in ambulanter Narkose das sichere Mittel der Wahl zur angstfreien Behandlung beim Zahnarzt. Natürlich ist es für jeden Patienten wünschenswert, kleinere Routinebehandlung auch ohne Sedierung stressfrei zu überstehen. Deshalb kann bei sehr ausgeprägter Zahnarztangst darüber hinaus eine begleitende psychotherapeutische Therapie sinnvoll sein.

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Wie kann es bei der Behandlung von Risikopatienten helfen?

Auch bei Risikopatienten mit geschwächter Herz-Kreislauf-Situation, Diabetes und alternierendem Blutdruck kann es durch zusätzliche Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin während der Behandlung beim Zahnarzt zur Überforderung der körpereigenen Kompensationsmechanismen kommen. So können während der Behandlung Notfälle entstehen. Die Gabe von Dormicum ist ein guter Weg, diesen Stress zu nehmen und derartige Behandlungsrisiken zu minimieren.Risikopatienten können mit Dormicum beruhigt werden, sodass ihr Herz-Kreislauf-System während einer langen oder schmerzhaften Zahnbehandlung nicht in Aufruhr gerät.

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Warum eignet es sich zur Behandlung von Menschen mit Behinderungen?

Auch die stressfreie Behandlung von Menschen mit geistigen Behinderungen sollte mit entsprechender Prämedikation (Dormicum) durchgeführt werden. Eine weitere Sonderform der Tiefschlafbehandlung mit Dormicum ist die so genannte Ataranalgesie, bei welcher ein Schmerzmittel (hier speziell Ketamin) aber auch ein Angstlöser (Ataraktikum) vom Zahnarzt verabreicht werden.

Zum Angstmanagement stehen dem Zahnarzt von beruhigenden Worten, Hypnose, über die schmerzlose Spritze bis hin zur Vollnarkose wirkungsvolle Mittel zur Verfügung. Damit werden die Patienten für die nötige Zahnbehandlung beruhigt.Im Gegensatz zur Vollnarkose ist eine Tiefschlafbehandlung mit Dormicum nicht mit einer langwierigen Vorbereitung verbunden. Daher eignet sie sich sehr gut für kleine, ambulante Eingriffe.

Die Behandlung in Vollnarkose bedarf einer längeren Vorbereitung, wohingegen die Behandlung im Tiefschlaf mit Dormicum gerade bei kleineren ambulanten Operationen in der Kieferchirurgie unmittelbar und ohne größeren Aufwand kosteneffektiv durchgeführt werden kann. Daher ist gerade bei kleineren Eingriffen diese Variante vorzuziehen.

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Dosierung, Verabreichung und Wirkung von Dormicum

Die Applikation von Dormicum erfolgt sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen intravenös. Gute Erfolge mit der Analgosedierung konnte bei „Spritzenversagern" erzielt werden. Mit der oralen Gabe von Midazolam stellten sich hingegen keine zufriedenstellenden Ergebnisse ein. Dormicum ist ein Mittel, das aus dem Arzneistoff Midalozam besteht. Es wird intravenös verabreicht und ist so wirkungsvoller und besser verträglich.

Midazolam ist ein Vertreter der so genannten Imidabenzodiazepine und zeichnet sich durch raschen Wirkungseintritt und kurze Wirkdauer aus. Das daraus herstellte Dormicum wirkt sedierend und anxiolytisch (angstlösend). Die Wirkung nach intavenöser Gabe tritt bereits während der Injektion ein. Damit werden Sie binnen 10-20 Sekunden in einen abslouten entspannten Zustand versetzt, welcher eine ruhige und kooperative Zahnbehandlung ermöglicht.

Dormicum wird nach raschem Wirkungseintritt ebenso schnell in der Leber metabolisch inaktiviert. Nach dem schnellen Eintritt der Wirkung wird das Dormicum sehr schnell wieder in der Leber inaktiviert. Die Wirkung beträgt daher nur 90 Minuten.Die Halbwertszeit von Dormicum beträgt nur 90 Minuten. Die angstlösenden Eigenschaften erweisen sich im Vergleich beispielsweise zu Diazepam (Valium) als sehr viel effektiver. Zudem laufen die Verteilungsvorgänge im Körper im Vergleich zu Valium zehnmal schneller ab.

Die allgemeine Verträglichkeit des Medikamentes ist nachgewiesenermaßen ausgezeichnet. Änderungen der Herzfrequenz und des Blutdrucks sind in der Regel nicht zu befürchten. Die Atmungsfrequenz und die Sauerstoffsättigung können leicht reduziert sein, welches durch die zusätzliche Gabe von Sauerstoff während der Behandlung kompensiert werden kann und somit kein großes Problem darstellt.  

Was ist vor der Behandlung unter Dormicum zu beachten?

Natürlich muss der Anwendung von Dormicum eine gründliche Anamnese vorausgehen, um die sich Ihr Zahnarzt kümmert. Das Mittel darf nicht eingesetzt werden, wenn Unverträglichkeiten gegen den Wirkstoff oder verwandet Stoffe, die so genannte Benzodiazepine, bereits bekannt sind. Mit starker Atemschwäche darf zudem keine Analgosedierung mit Dormicum vorgenommen werden. Weitere Risikofaktoren, bei denen eine genaue Absprache mit dem Arzt notwendig ist und die Sie daher dringend angeben sollten:

  • chronische Erkankungen am Herz, der Leber, der Atmung oder den Nieren
  • Energielosigkeit und Abgeschlagenheit als Folge einer Krankheit
  • Muskelschwäche

Wie verhalte ich mich danach?

Die Patienten fühlen sich nach den operativen Eingriffen meist entspannt. Als Vorteil gegenüber Diazepam kann auch die Reizlosigkeit an Einstichstelle und den Venen erwähnt werden. Das Angstmanagement in der Behandlung beim Zahnarzt mit Dormicum zeichnet sich durch das Auftreten einer retrograden Amnesie nach der Zahnbehandlung aus. Im Vorfeld der Behandlung muss eine umfassende Anamnese vorgenommen werden, um sicherzugehen, dass das Dormicum kein Risiko für den Patienten darstellt.

Das heißt, dass sich rund 50% der Patienten überhaupt nicht in irgendeiner Form an die Zahnbehandlung erinnern können. In diesem Zusammenhang kann die intravenöse Sedierung mit Dormicum als die größte Innovation im Bereich der Angst- und Schmerzausschaltung in der Zahnheilkunde genannt werden.

Um danach zügig wieder aufzuwachen, wird als Antidot (Gegenmittel) nicht nur für Dormicum sondern sämtliche Benzodiazepine Anexate 0,5 (Flumazenil) verabreicht. Der Wirkungseintritt bei der intravenösen Gabe von Anexate erfolgt etwa nach einer Minute.

Als Gegenwirkung für das Dormicum ist Anexate gebräuchlich.

Frühestens zwei Stunden nach der Tiefschlafbehandlung mit Dormicum können Sie dann in Begleitung nach Hause entlassen werden. Wie nach einer Lokalanästhesie werden Sie in der Praxis nach der Gabe eines Sedativums zu Ihrer Sicherheit nicht ohne Beobachtung bleiben.


Welche Vorteile hat eine Sedierung mit Dormicum?

  • Der zahnärztliche Eingriff kann, aufgrund der verbesserten körperlichen Ruhe, schneller und mit einem besseren Ergebnis durchgeführt werden.
  • Starke Verminderung des Symptomes - Angst vor dem Zahnarzt
  • Herzfrequenz und Blutdruck steigen weniger an, die damit verbundenen Risiken werden stark minimiert
  • Verminderung des psychischen Traumas
  • Retrograde Amnesie (Vergessen der Behandlung)
  • Schnelle Abflutung des Medikamentes Dormicum mit wenigen Nebenwirkungen
  • Abbau der Zahnarztangst für weitere Zahnsanierungen

Risiken des Wirkstoffs

Der Arzneistoff Midalozam, aus dem Dormicum hergestellt wird, unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz, da er schnell zu einer psychischen Abhängigkeit führen kann. Bei der Anwendung in der Praxis ist dieses Risiko allerdings auszuschließen, da die Häufigkeit und Intensität der Gabe kontrolliert stattfinden. Bei kritischer Auswahl der Patienten und bei Beherrschung der intravenösen Injektionstechnik kann die Sedierung bei Nutzung eines Pulsoxymeters zur Kontrolle der Pulsfrequenz und der Sauerstoffsättigung vom Operateur durchgeführt werden. Nicht indiziert ist die Gabe von Midazolam bei einer Atemschwäche und bei möglicher Verschlechterung einer akuten Psychose bei Einnahme von Psychopharmaka.

Literatur zur Tiefschlafbehandlung mit Dormicum:

Sedierung mit Dormicum beim Kinderzahnarzt aus zahnärztlicher und anästhesiologischer Sicht - Eine praxisnahe Bewertung, Benz, C., Reeka-Bartschmid, A., Keser, C., Die Quintessenz 53 (2002), Nr. 9, Quintessenz Verlag Berlin

Dass die pharmakologische Intervention in Form der Sedierung mit Dormicum oder der Allgemeinanästhesie hier eine Lösungsmöglichkeit bietet, wird durch die Ergebnisse einer in der Praxis der Autorinnen durchgeführten retrospektiven Analyse unterstrichen. Dort stellten sich von Oktober 1999 bis Juni 2002 insgesamt 2.674 Kinder vor. Bei 696 ausgewählten Patienten (325 Mädchen und 371 Jungen im Alter von 2 bis 12 Jahren) wurden 1.210 Sedierungen mit Midazolam (Dormicum®) durchgeführt. 87 % dieser Kinder konnten allein unter Sedierung komplex zahnärztlich saniert werden, und bei 13 % musste aufgrund mangelhafter Kooperation eine Behandlung in Narkose erfolgen.

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Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Kieferchirurgie, TSP Implantologie 
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)


Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 21.09.2016

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