Fissurenversiegelung

Fissurenversiegelung - Erfolgreiche Kariesprophylaxe durch den Zahnarzt

ZahnfissurEine Fissurenversiegelung ebnet die Zahnoberfläche und kann so vor einem Eindringen der Bakterien in die Zähne schützen und Ihre Kariesgefahr für viele Jahre mindern. Denn Rillen und Vertiefungen, auch Fissuren genannt, bieten Bakterien einen geradezu idealen Brutplatz. Hier finden Sie ausführliche Informationen.


Inhaltsübersicht:

Was ist eine Fissurenversiegelung?

Die Fissurenversiegelung ist eine prophylaktische Zahnbehandlung, in deren Rahmen der Versiegelung werden die zahneigenen Vertiefungen, Rillen und Furchen (Fissuren) mit einem flüssigen Kunststoff gefüllt und so effektiv vor dem Eindringen von Bakterien geschützt. Diese Zahnbehandlung bietet sich besonders für den Bereich der Backenzähne (Molaren) an und gehört für Kinder und Jugendliche zur regulären Kassenleistung. Auch für bestimmte Personenkreise im Erwachsenenalter ist die Versiegelung der Zähne (Molaren, Prämolaren, Eck-, Front- oder Weisheitszähne) sinnvoll.

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Warum ist die Behandlung sinnvoll?

Als Teil der Prophylaxe kann eine Fissurenversiegelung bei Erwachsenen sinnvoll sein.Betrachtet man Zähne genauer, fällt auf, dass besonders Backenzähne (Molaren) und Prämolaren ein stark zerklüftetes Fissurenrelief aufweisen. Während glatte Zahnflächen die Reinigung leicht machen, sorgt eine unregelmäßige Struktur der Zahnflächen für Probleme.

Die Backenzähne und ganz besonders durchgebrochene Weisheitszähne weisen viele Vertiefungen auf, die die Kariesanfälligkeit begünstigen, da sie sich mit herkömmlichen Mitteln schwierig reinigen lassen. Tiefe Rillen und Grübchen sind auch bei guter Mundhygiene kaum zu säubern. Hier kann eine Fissurenversiegelung Abhilfe schaffen und das Kariesrisiko erheblich senken.

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Wann und bei wem ist eine Fissurenversiegelung sinnvoll?

Versiegelung bei Milchzähnen ratsamEine Fissurenversiegelung ist bereits für die Milchzähne möglich. Für Kinder und Jugendliche mit bleibenden Zähnen (sechstes bis 18. Lebensjahr) gehört sie sogar zur empfohlenen Kassenleistung. Auch Erwachsene profitieren von der prophylaktischen Therapiemaßnahme. Nach neusten Erkenntnissen lässt sich der kariöse Befall der Fissuren dank einer Versiegelung um 75% bis 90% senken.

Die Fissurenversiegelung kann für Erwachsene eine sinnvolle Zahnbehandlung im Rahmen der Prophylaxe für einen optimale Zahnerhaltung darstellen, besonders wenn Schwierigkeiten bei der Mundhygiene bestehen. Auch Patienten mit erhöhter Kariesgefährdung und stark zerklüfteten Zähnen, die viele Fissuren auf den Kauflächen aufweisen, profitieren von der Fissurenversiegelung.

Die Backenzähne und ganz besonders durchgebrochene Weisheitszähne sind sehr anfällig für Karies

Zahnärzte bieten die bewährte Versiegelung für alle kariesfreien Zähne ( beispielsweise für die schwer erreichbaren Weisheitszähne) an. Die Versiegelung gewährt einen ausreichenden Schutz vor Karies für etwa acht bis 10 Jahre. Nach der Fissurenversiegelung sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt ratsam.

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Grübchenversiegelung der Zahnoberfläche bei Kindern?

Bei Kindern und Jugendlichen werden besonders häufig Fissurenversiegelungen vorgenommen. Hier zahlt die Krankenkasse für die Prophylaxemaßnahme. Kinder und Jugendliche bilden die primäre Patientengruppe, bei ihnen gehört die Fissurenversiegelung sogar zu den Regelleistungen der Krankenkasse.

Bei Kindern und Jugendlichen werden besonders häufig Zahnoberflächenversiegelungen vorgenommen. Hier zahlt die Krankenkasse für die Prophylaxemaßnahme.

Der Bereich der Backenzähne ist bei jüngeren Kindern besonders kariesgefährdet. Vor allem kurz nach ihrem Durchbruch sind Molaren (Seitenzähne) für Fissurenkaries sehr anfällig. Häufig bildet sich die Krankheit während der ersten zwei Jahre nach Eruptionsbeginn. Daher ist Grübchenversiegelung der Backenzähne ratsam.

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Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Versiegelung?

Der beste Zeitpunkt für die Fissurenversiegelung liegt deshalb etwa sechs Monate nach Durchbruch des Zahnes. Dann ist die Zahnkrone vollständig sichtbar, die Mineralisationsprozesse des neuen Zahnes sind aber noch nicht vollständig abgeschlossen. Speziell sehr zerklüftete Zähne sollten idealerweise frühzeitig versiegelt werden. So wird der Zahn geschützt und das Risiko für eine Zahnfüllung minimiert.

Welche Materialien werden dabei verwendet?

ZahnzementZur Fissurenversiegelung wird heute überwiegend Kunststoff auf Dimethacrylatbasis eingesetzt. Um wirklich bis in die letzte Ecke der Fissuren vorzudringen, ist die Konsistenz des Materials entscheidend. Das Versiegelungsmaterial muss deshalb leicht und fließend sein und unter Licht sehr schnell aushärten. Außer Kunststoff erfüllt auch Zement (Glasionomerzement) diese Voraussetzungen. Es wird deshalb vereinzelt  verwendet.

In der Regel ist das Versiegelungsmaterial transparent. Weil getönte Materialien das Aufspüren von Defekten (Randkaries, Absplitterung) erleichtern, kann aber auch ein eingefärbter Füllstoff zur Versiegelung der Fissuren genutzt werden. Dem Material werden Fluoride beigemengt, die über die Zeit hinweg freisetzt werden und die Entstehung von Karies abbremsen. Die Firma 3M ESPE vertreibt einen lichthärtenden Fissurenversiegler mit der Bezeichnung Clinpro™ Sealant. Der Versiegler Clinpro™ Sealant fördet durch die Freisetzung von Fluorid den Remineralisationsprozess der Zahnoberfläche und sorgt damit zusätzlich für eine möglichst lange Zahnerhaltung.

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Wie läuft diese ab?

Abhängig vom Zustand der zu behandelnden Zähne kann der Zahnarzt eine nichtinvasive Versiegelung (präventive Fissurenversiegelung) oder eine erweiterte Versiegelung (invasive Fissurenversiegelung) durchführen. Beide Optionen dauern zwischen 15 und 30 Minuten und sind schmerzfrei, auch wenn es für kleine Patienten manchmal ungewohnt sein kann, den Mund so lange offen zu halten.

Die Verfahren im Überblick:

1. Arbeitsschritte der präventiven Fissurenversiegelung bei hellen, unauffälligen Fissuren

  • absolute Trockenlegung oder Kofferdammanlage, um Speichel fernzuhalten
  • gründliche Reinigung des Zahnes (fluoridfreie Paste und Bürste)
  • ätzen (Konditionierung) des Zahnschmelzes, um eine gute Haftung der Fissurenversiegelung zu ermöglichen (mit 5%iger Phosphorsäure). Gegebenenfalls Wiederholung notwendig, bis ein charakteristisches Ätzmuster erkennbar ist.
  • Absprayen mit Luft.
  • Auftragen des Versiegelungsmaterials mit einer kleinen Bürste oder einem Kugelstopfer.
  • Lichthärten. Dauer gemäß Herstellerangaben, im Normalfall etwa 20 Sekunden.
  • Okklusionskontrolle. Unter Zuhilfenahme von färbender Aufbissfolie prüft der Zahnarzt, ob es irgendwo noch Kanten und Störstellen gibt.
  • Fluoridierung. Weil der Ätzvorgang Mineralien auf dem Zahnschmelz entzieht, trägt der Zahnarzt eine schützende Fluoridierung zur Remineralisation rundherum um die versiegelte Stelle auf.

2. Arbeitsschritte der invasiven Fissurenversiegelung bei dunkel verfärbten Fissuren

Die beiden Verfahren unterscheiden sich insoweit, dass bei der erweiterten Versiegelung verfärbte Fissuren mit einem kleinen Bohrer (Fissurotomie-Instrument) gereinigt werden. In etwa 4% der Fälle stellen Zahnärzte dabei tiefer sitzende Karies fest. Doch in 96% der Fälle lässt sich die Verfärbung auf die Ess- und Lebensgewohnheiten zurückführen und leicht entfernen. Erst im Anschluss an die Entfernung wird mit der eigentlichen Fissurenversiegelung fortgefahren. Da die Fissurotomie-Instrumente bereits den Zahnschmelz angeraut haben, wird die Konditionierung häufig verkürzt. Die restlichen Schritte laufen wie bei der o.g. präventiven Fissurenversiegelung ab.

Welche Risiken gibt es bei der Fissurenversiegelung?

Eine Versiegelung schützt Ihre Zähne über einen Zeitraum von 8 bis 10 Jahren.

Fissurenversiegelungen sind Routineaufgaben, die täglich bei vielen Patienten jeden Alters Anwendung finden. Dass etwas schief geht, ist eher selten.

Abplatzen und Randkaries

Trotzdem kann es vorkommen, dass die Schutzschicht unbemerkt abplatzt, wodurch Karies leicht eindringen kann. Weil die Kariesbakterien sich typischerweise entlang der Abbruchstelle ausbreiten, sprechen Mediziner von der sogenannten Randkaries, die dann eine Kariesbehandlung erfordert. Insbesondere bei Fissurenversiegelungen mit Zement lässt sich dieses Phänomen häufiger beobachten, da Zement im Gegensatz zu Kunststoff weniger Widerstandkraft aufweist. Zum Abplatzen kann es aber auch bei kunststoffbasierten Versiegelungsmaterialien kommen.

Schuld daran ist entweder ein ungünstiger Biss auf etwas Hartes oder unbemerkter Feuchtigkeitszutritt im Verlauf der Versiegelung. Das Abplatzen kann auch durch Bläschen im Material begünstigt werden. Sofern Bläschen beim Auftragen der Versiegelung auftreten, kann der Zahnarzt sofort ausbessern. Doch manchmal bleiben sie in der Praxis unentdeckt und machen sich erst nach einer gewissen Abnutzung bemerkbar. Unbehandelt bieten aufgeplatzte Bläschen Bakterien einen idealen Lebensraum, den die Zahnbürste kaum erreichen kann.

Karies im Milchzahn

Karies unter der Versiegelung

Ein weiteres, wenn auch recht unwahrscheinliches Risiko, ist die Ausbreitung von Karies unter der Versiegelung. Hier wiegen sich Patienten mit getöntem Material mitunter zu lange in Sicherheit, denn optisch ist dem Zahn keine Karieserkrankung anzusehen. Weitaus häufiger als Karies unter der Versiegelung kommt hingegen Karies in den Zahnzwischenräumen (Approximalkaries, Zahnzwischenraumkaries) vor. Diese tritt auf, wenn Patienten mit der Mundhygiene nachlässig werden, weil sie sich einen Rundumschutz von der Fissurenversiegelung erhoffen. Dabei liegt die Schutzschicht nur auf den Kauflächen. Die Zähne müssen weiterhin gründlich gepflegt werden.

Unverträglichkeiten

Das seltenste Risiko betrifft eine Allergie oder Unverträglichkeit auf das Material oder seine chemischen Bestandteile (Monomere und Formaldehyd). Bisher sind jedoch weltweit weniger als eine Handvoll Fälle bekannt, in denen Patienten die Fissurenversiegelung nicht vertragen haben. Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) schätzt das Risiko für eine solche allergische Reaktion folglich als äußerst gering ein.

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Wie häufig muss sie erneuert werden?

Ohne o.g. Probleme schützt eine Fissurenversiegelung Ihre Zähne über einen Zeitraum von 8 bis 10 Jahren. Nachteile sind durch die Zahnbehandlung nicht zu erwarten. In seltenen Fällen kann sich der Fissurenversiegeler nach kurzer Zeit (etwa nach vier bis sechs Monaten) von der Zahnoberfläche lösen.

Kontrollen beim Zahnarzt im Anschluss an die Zahnbehandlung sind notwendig

Dieser so genannte Retentionsverlust (Haftverlust) ist der größte Nachteil einer Fissurenversiegelung. Bereits ein teilweises Ablösen kann zu einem massiven Auftreten von Karies führen. Die Karies gedeiht zwischen Zahnschmelz und Versiegler, bleibt so für den Patienten lange Zeit unentdeckt. Daher sind regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt im Anschluss an die Zahnbehandlung notwendig.

Was kostet die die Fissurenversiegelung?

Karte der KrankenkasseBei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen sechs und 18 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Fissurenversiegelung kariesfreier Fissuren an bleibenden Molaren. Die Versiegelung an den Prämolaren, Eck-, Front-, Weisheits- oder Milchzähnen wird hingegen, wie auch bei Erwachsenen, als Selbstzahlerleistung nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) berechnet. Pro Zahn können Kosten von bis zu 17,72 Euro anfallen.


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Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)


Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 06.12.2016

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