Ibuprofen

Ibuprofen - vor und nach Zahnbehandlungen

Nicht jedes Schmerzmittel kann vor und nach zahnmedizinischen Behandlungen problemlos eingenommen werden. Als gut verträgliches Arzneimittel wird Ibuprofen seit langem zur Linderung von Zahnschmerzen verwendet. Wir stellen den Wirkstoff vor und zeigen Ihnen die Vorteile dieses Schmerzmittels.Ibuprofen stellt ein gut verträgliches Schmerzmittel vor und nach Zahnbehandlungen dar.

 Inhaltsübersicht:

  1. Was ist Ibuprofen?
  2. Was sind die Anwendungsgebiete von Ibuprofen?
  3. Wirkungsweise von Ibuprofen
  4. Was ist bei der Einnahme von Ibuprofen zu beachten?
  5. Welche Nebenwirkungen kann es bei Ibuprofen geben?
  6. Gibt es Wechselwirkungen mit den Sedativa beim Zahnarzt?


Was ist Ibuprofen und woher kommt es ?

Ibuprofen ist ein Arzneistoff, der primär für die Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt wird. Die Kombination der Wirkungen macht dieses Medikament für den Einsatz in Zahnarztpraxen interessant.

Genauer handelt es sich um einen Arzneistoff, der zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika gehört. Der Name Ibuprofen leitet sich von seinem chemischen Strukturnamen "2-(4-Isobutylphenyl)propionsäure)" ab. Der Arzneistoff wird chemisch in die Gruppe der Arylpropionsäuren eingeordnet. 

In England wurde Ibuprofen erstmals 1969 auf dem Gesundheitsmarkt zur Behandlung der rheumathoiden Arthritis gebracht. In Deutschland ist Ibuprofen seit 1989 in einer Einzeldosis von bis zu 200 mg und seit 1998 auch in bis zu 400 mg zur Behandlung von Entzündung, Zahnschmerzen und Fieber rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Was sind die Anwendungsgebiete?

Aufgrund der sauren Beschaffenheit wirkt Ibuprofen im Gegensatz zu Substanzen wie z.B. andere Zahnschmerztabletten(Paracetamol oder Dolormin) nicht nur explizit gegen den Zahnschmerz, sondern auch gegen Entzündungen in der Mundhöhle (Stomatitis,Pulpitis, Aphten, Wurzelentzündung, Parodontose) Durch diese speziellen Eigenschaften dringt Ibuprofen gut in das entzündete Gewebe ein und kann so optimal seine antientzündlichen Eigenschaften entwickeln. 

Als Antirheumatikum wirkt Ibuprofen gut gegen alle reißenden, fließenden und ziehenden Schmerzen sowie gegen Fieber, Entzündungen, Kopfschmerzen und Migräne. Im Bereich der Zahnmedizin kommt das Arzneimittel bei allen Arten von Zahnschmerzen, auch bei denen nach Behandlungen, bei Gingivitis und bei Pulpitis (schmerzhafte Zahnmarkentzündung) zum Einsatz.

Zudem wird Ibuprofen bei Beschwerden aufgrund von Rheuma, Gicht, Muskelentzündungen, Migräne, Mittelohrentzündung und der Menstruation verabreicht.

Wirkungsweise von Ibuprofen

Ibuprofen gehört zu der Gruppe der sogenannten nichtsteroidalen Antirheuamtika, die zur Schmerzmittelgruppe der nichtopioiden Analgetika zählen. Demgegenüber steht die Gruppe der opioiden Analgetika.

Opioid-Analgetika oder auch Opioide, wirken direkt an den Opioidrezeptoren von bestimmten Zellen und Nervenzellen im menschlichen Körper. Opioide wie Morphin oder Methadon setzen sich an den Rezeptor und verhindern so eine Schmerzweiterleitung über diesen Rezeptor. Zu den Gefahren dieser Stoffe zählt eine mögliche Abhängigkeit, weswegen sie nur bei starken Schmerzen eingesetzt werden.Starke Kopfschmerzen

Betrachtet man die Wirkungsweise von Nichtopioid-Analgetika, wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (Aspirin), ist festzustellen, dass diese nicht an den Rezeptoren von Nervenzellen wirken, sondern die Produktion von schmerzbildenden Stoffen im Körper unterdrücken. Ibuprofen hemmt die Herstellung von Prostaglandinen, also Hormonen, die unter anderem entzündungsvermittelnd wirken. Ibuprofen setzt sich also nicht an Schmerzrezeptoren fest, sondern senkt die Produktion von schmerzauslösenden Hormonen. Weitere Wirkungen sind die Hemmung von Entzündungen und die Fiebersenkung.

Ibuprofen ist bis zu einem Gehalt von 400 Milligramm rezeptfrei - Filmtabletten mit 600 Milligramm Wirkstoff müssen vom Arzt verschrieben werden. Der Hauptunterschied zwischen 400er- und 600er-Filmtabletten ist, dass 400er-Filmtabletten gegen Schmerzen und 600er-Filmtabletten gegen Entzündungen eingesetzt werden.

Was ist bei der Einnahme von Ibuprofen zu beachten?

Ibuprofen kann sowohl therapeutisch, gegen bestehende Schmerzen, als auch prophylaktisch, bei zu erwartenden Schmerzen eingesetzt werden. Das Arzneimittel wird in vielerlei Form (oral, rektal, dermal, topisch und intravenös) verabreicht. Die Einnahme sollte immer gemäß den Anweisungen in der Packungsbeilage erfolgen.

Für die Schmerztherapie im Bereich der Zahnmedizin wird Ibuprofen zumeist oral in Tablettenform gegeben. Die Dosierung ist von Alter und Körpergewicht abhängig. Ibuprofen wirkt in geringen Dosen von 200 bis 400 mg für Erwachsene schmerzlindernd und fiebersenkend. Höhere Dosen (zwischen 400 und 800 mg für Erwachsene) haben zusätzlich eine entzündungshemmende Wirkung. Als maximale Einzeldosis gilt bei Tabletten eine Menge von 800 mg (entspricht je nach Hersteller 1 bis 2 Filmtabletten).

Dargereicht wird Ibuprofen in verschiedenen Formen. Die Dosierung ist abhängig vom Alter und Körpergewicht.

Über den Tag hinweg sollte die Gesamtdosis für Jugendlich ab fünfzehn Jahren und Erwachsene 1200 mg bzw. 2400 mg nicht überschreiten (je nach Hersteller entsprechend 3 bis 6 Filmtabletten). Jüngere Kinder und Patienten mit Leberfunktionsstörungen dürfen nur eine reduzierte Dosis zu sich nehmen.

Nach der Einnahme als Filmtabletten dauert es rund 15 bis 30 Minuten bis die Wirkung einsetzt. Die Schmerzlinderung der Schmerztabletten hält etwa zwei bis drei Stunden. Danach wird der Arzneistoff Ibuprofen über die Nieren (zu zwei Dritteln) und die Leber ausgeschieden.


Welche Nebenwirkungen kann es bei Ibuprofen geben?

Bei gesunden Patienten sind keine Nebenwirkungen durch die Einnahme von Ibuprofen zu erwarten. Seltenere und gravierende Nebenwirkungen wären Übelkeit und Durchfall. Eine zu starke oder zu häufige Dosierung kann Beschwerden wie Sodbrennen und Magenbluten auslösen. Die Einflußnahme  von Ibuprofen auf die Antikoagulation ist vergleichsweise zum Aspirin gering.

Nach einer Zahnoperation wie einer Osteotomie oder  Wurzelspitzenresektion kann dennoch das Risiko einer postoperativen Nachblutung erhöht sein. In Fällen, bei denen Ibuprofen die Magenschleimhaut entzündlich verändert, kann die durch das Medikament bewirkte Gerinnungshemmung dazu führen, dass aus der Magenwand unkontrolliert über einen längeren Zeitraum Blut sickert.Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind der Packungsbeilage zu entnehmen.

Ein Inhaltsstoff von Pfeffer, Piperin, kann gegebenenfalls die Wirksamkeit von Ibuprofen verstärken.

Wann sollte Ibuprofen nicht eingenommen werden?

Generell können gesunde Patienten Ibuprofen bedenkenlos einnehmen nach der oben genannten Tageshöchstdosis. Da Ibuprofen auch zu rund einem Drittel über die Leber ausgeschieden wird, sollten allerdings Personen mit Leberstörungen nur geringere Mengen einnehmen - die restlichen Anteile werden über die Nieren ausgeschieden, sodass auch Patienten mit Nierenschäden kein Ibuprofen einnehmen sollten. Generell gilt bei jüngeren Kindern und älteren Patienten eine besondere Vorsicht und eine reduzierte Dosis.

Aufgrund der Veränderung des Hormonhaushaltes wird die Produktion von Magenschleim gehemmt. Sind Magenerkrankungen wie Magentumore bekannt, ist ein anderes Medikament zu wählen. Auch bei empfindlichen Magenreaktionen bei vergangenen Einnahmen sollte auf Ibuprofen verzichtet werden. Die durch die Empfindlichkeit der Magenschleimhaut auftretenden Nebenwirkungen werden durch die gerinnungssenkende Wirkung von Ibuprofen weiter verstärkt.Speiseröhre und Magen

Selbstverständlich sollte Ibuprofen nicht bei einer bekannten Allergie eingenommen werden. Sind in der Vergangenheit allergische Reaktionen bei der Einnahme von ähnlich wirkenden Medikamenten wie Aspirin beobachtet worden, ist von einer Verabreichung abzuraten.

Dies sind nur einige Punkte, die gegen eine Einnahme von Ibuprofen sprechen - weitere zu beachtende Aspekte finden sich auf der Packungsbeilage und sind mit dem behandelnden Arzt oder Apotheker abzuklären.

Alternativen und Wechselwirkungen von Ibuprofen

Die klassischen und häufig eingesetzten Alternativen zu Ibuprofen sind Aspirin (ASS) und Paracetamol. Welches Schmerzmittel bei Zahnschmerzen und bevorstehenden Eingriffen einzusetzen ist, sollte frühzeitig mit dem Arzt abgeklärt werden, selbst wenn noch unklar ist, ob eine Einnahme überhaupt notwendig sein wird.Aspirin

Ibuprofen kann negative Auswirkungen bei der Einnahme von Lithium haben (Lithium wird primär bei bipolaren Erkrankungen eingesetzt, weshalb entsprechende Patienten ihre Medikation vorher abklären sollten). Wird Acetylsalicylsäure zur Blutgerinnung eingesetzt, kann die Ibuprofeneinnahme diese hemmende Wirkung verringern. Weitere abzuklärende Wechselwirkungen treten mit folgenden Medikamenten auf: Digoxin, Phenytoin, Methotrexat, orale Antidiabetika, ACE-Hemmer, kaliumsparende Entwässerungsmittel, Cyclosporin, Tacrolimus, Diuretika, Antihypertonika und Zink.

Gibt es Wechselwirkungen mit den Sedativa beim Zahnarzt?

Beim Schmerzmittel Ibuprofen gibt es keine bekannten Wechselwirkungen zu anderen Sedativa, die wir in der Praxis einsetzen, z.B. um Behandlungen im Tiefschlaf vorzunehmen. Patienten können das Schmerzmittel gerne vor oder nach der Behandlung zur Schmerzlinderung einnehmen. Informieren Sie uns dennoch generell über jede vorherige Selbstmedikation, unabhängig vom genauen Medikament, damit alle eventuellen Wechselwirkungen der Medikamente ausgeschlossen werden können.

Wechselwirkungen mit den beim Zahnarzt eingesetzten Sedativa für die Tiefschlafbehandlung gibt es nicht.

Möchten Sie mehr über die Verwendung von Ibuprofen nach zahnärztlichen Eingriffen erfahren? Dann rufen Sie uns jetzt an und vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch:

Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)

Möchten Sie mehr über Ihr Risiko an einer Parodontose zu erkranken oder über Möglichkeiten der Parodontosebehandlung bei Ihrem Zahnarzt in Kleinmachnow bei Berlin erfahren? Dann rufen Sie uns jetzt an und vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch:

Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)


Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 11.08.2016

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