Kiefergelenk

Weshalb spielt das Kiefergelenk bei der Zahnbehandlung eine zentrale Rolle ?

Schematische Darstellung eines KiefergelenksMan findet das Kiefergelenk direkt vor dem Gehörgang. Es lässt sich vor dem Ohr leicht mit dem Finger ertasten, wenn man den Mund öffnet und schließt. Der Unterkiefer ist über dieses Gelenk mit dem Schädel verbunden. Das sogenannte Kieferköpfchen, ein Knochenfortsatz am oberen Ende des Gelenks, liegt dabei in der Gelenkpfanne, die ihrerseits fest mit dem Schläfenbein in der Nähe des Gehörgangs verbunden ist. Damit Gelenke ihren Dienst im wahrsten Sinne des Wortes reibungslos (bzw. reibungsarm) versehen können, sind sie mit einer Knorpelmasse überzogen und von einer Gelenkkapsel umschlossen. Das Kiefergelenk kann als Doppelgelenk bezeichnet werden und nimmt bei der kaufunktioniellen Abstützung mit Zahnersatz eine zentrale Rolle ein. Die Gelenkscheibe im Kiefergelenk, der sogen. Discus ist eine Knorpelscheibe und nimmt bei der Behandlung von Funktionsstörungen des Kiefergelenkes(CMD) innerhalb der Zahnbehandlung beim Zahnarzt eine zentrale Rolle ein.

Inhaltsübersicht:


Verspannungen sind ein Warnzeichen

Abbildung der Anatomie des KiefergelenksLeider unterliegen alle Gelenke einem gewissen Verschleiß. Das ist auch bei den sogenannten Kopfgelenken so, zu denen das Kiefergelenk gezählt wird. Probleme (Myoarthopathie) können durch die komplexe Konstruktion und das komplizierte Zusammenspiel von Zahnapparat, Kaumuskulatur und Gelenkfunktion entstehen. Häufig bleiben Symptome auch deswegen unbehandelt, weil der Zusammenhang zwischen schmerzhaften Verspannungen und dem Kiefergelenk vom Patienten nicht immer bemerkt wird. Umso wichtiger ist es, diesen Schmerzen auf den Grund zu gehen, denn sie können weitreichende gesundheitliche Folgen haben.

Wenn das Kiefergelenk Probleme macht

Funktionsweise KiefergelenkWenn alles richtig funktioniert, sollte das Kiefergelenk perfekt ausgerichtet sein. Das bedeutet, dass die Gelenkköpfe bei geschlossenem Mund zentral in der Gelenkpfanne liegen sollten, wenn die Zahnreihen richtig in der Okklusion aufeinander liegen. Wird diese feine Gleichgewicht gestört, versucht das Gelenk automatisch, für einen Ausgleich zu sorgen. Gründe für eine Störung dieses Gleichgewichts gibt es viele, weswegen eine genaue Abklärung der Ursache jeder Behandlung vorausgehen sollte. Besonders häufig sind aber Zahnfehlstellungen oder auch schlecht sitzende Zahnfüllungen, die für einen ungleichen Sitz des Kiefers sorgen. Das Gelenk versucht dann mittels einer Verschiebung des Unterkiefers, eine „bessere“ Position zu erreichen. Zähneknirschen oder das Aufeinanderpressen von Zähnen sind ein oft beobachtetes Resultat.

Da diese Kompensierung nicht selten in der Nacht stattfindet, bemerken viele Patienten zunächst nicht, dass etwas nicht stimmt. Anzeichen für solche Gelenkkorrekturen sind Abriebspuren(Abrasion) an Zähnen oder Füllungen, Kiefergelenkknacken oder auch abgebrochene Zahnteile bishin zu einer Zahnfraktur. Fast immer geht eine solche Problematik auch mit einer Über- bzw. Fehlbelastung der Kiefermuskulatur einher, was im späteren Verlauf auch durch eine übermäßige Ausbildung der Kiefermuskeln sichtbar werden kann. Das Resultat sind meist heftige Kiefergelenkschmerzen, verbunden mit einer Anschwellung unseres Kaumuskels(Musculus Masseter). Die Ursache ist meist eine fehlende Abstützung des Zahnbestandes. Durch eine gut geplante prothetische Versorgung können chron.Kiefergelenkschmerzen vom Zahnarzt gut behandelt werden.

Schmerzen nicht ignorieren und beim Zahnarzt eine Funktionsanalyse machen lassen !

Entlastung der Gelenkscheibe durch AufbissschieneSpätestens, wenn das Kiefergelenk Schmerzen verursacht, oder ein Kiefergelenkknacken verursacht sollten Sie zum Zahnarzt gehen. Er kann Ursache und Ausmaß der Problematik erkennen und entsprechende Behandlungsmethoden vorschlagen. So kann das nächtliche Zähneknirschen beispielsweise häufig durch eine adjustierte Aufbissschiene abgestellt werden. Akute Verspannungen der Kaumuskulatur und Bruxismus können Sie zusätzlich mit Wärme behandeln. Zusätzlich kann in der Osteopathie eine Kiefergelenksmassage durchgeführt werden. In allen Fällen wird beim Zahnarzt eine sogen. Funktionsanalyse der Kiefergelenke durchgeführt.

Manchmal hilft auch eine Korrektur von Fehlstellungen der Zähne – übrigens auch noch im fortgeschrittenen Alter durch die kieferorthopädische Behandlung mit der Zahnspange. Gerade Zähne und ein richtiger Zusammenbiss der Zähne aufeinander im Gebiss führen langfristig zur Beschwerdefreiheit. In keinem Fall sollten Schmerzen im Kiefergelenk oder ein Kiefergelenkknacken ignoriert werden, denn fortgesetzter Verschleiß der Knorpelmasse im Gelenk kann letztlich zu einer Arthrose führen, bei der die Knochen dann direkt gegeneinander reiben und chronische Schmerzen verursachen.

Kraniomandibuläre Dysfunktion (Craniomandibuläre Dysfunktion, CMD)

Kraniomandibuläre Dysfunktion (engl. Bezeichnung: Temporomandibular Disorders) ist ein Überbegriff für eine Fehlregulationen der Muskel- oder Gelenkfunktion der Kiefergelenke.Eine craniomandibuläre Dysfunktion (kurzform CMD) lässt sich nicht unbedingt durch Schmerzen erkennen, es kann sich auch durch Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Panikattacken (Herzrasen) und Stress im Alltag bemerkbar machen. Eine solche Kraniomandibuläre Dysfunktion(engl. Bezeichnung: Temporomandibular Disorders) wird deshalb in manchen Fällen auch als Ursache und Folge von Stress betrachtet.


Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 26.04.2016

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