Amalgam

Diskussion über Amalgam in der Zahnarzt-Praxis

Schätzungsweise 2200 Tonnen Quecksilber lagern in Form von Amalgam in den Zähnen als Füllungen der EU-Bürger. Die Amalgamfüllung ist in den letzten Jahren vermehrt ins Blickfeld der Bevölkerung geraten. Berichte über unerwünschte Nebenwirkungen des Materials wegen Quecksilber haben bei vielen Betroffenen zu Verunsicherungen geführt.

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Amalgamfüllungen führen seit Medienberichten schon seit vielen Jahren zur Verunsicherung vieler Patienten.

Zunehmend fragen sich Patienten, ob das Quecksilberhaltige Material eine sinnvolle Lösung für Füllungen darstellt. Warum sorgt Amalgam seit Jahrzehnten für Diskussionen und wird trotz bekannter Quecksilberbelastung gleichzeitig von Millionen im Mund nach einer Zahnbehandlung als Amalgamfüllung getragen?

Was ist Amalgam?

Amalgam ist eine Legierung aus verschiedenen Metallen, darunter Silber, Kupfer, Zinn und Quecksilber, die zum Füllen von Zahndefekten verwendet wird. Das metallische Füllmaterial ist sehr plastisch und lässt sich selbst unter schwierigen Bedingungen im Mundraum gut verarbeiten. Nach dem Aushärten besitzen Plomben aus Amalgam eine hohe Haltbarkeit.

Seit dem frühen 19. Jhd. wurde Amalgam vielfach für Zahnfüllungen verwendet. Damals lag der Quecksibleranteil allerdings noch bei 50 Prozent.

Spätestens seit 1820 fand Amalgam massenhaft als Zahnfüllungsmaterial nach einer Entfernung von Karies Verwendung. Aufzeichnungen über Amalgamplomben (Amalgamfüllungen) dieser Zeit finden sich unter anderem aus London und Paris. Die damalige Mischung des Füllmaterials enthielt noch 50 % reines Quecksilber. Heute ist das Mischungsverhältnis ein anderes, maximal 3% Quecksilber werden der Legierung beigemengt. 

Amalgam zeichnete sich früher durch bestimmte Vorteile als Zahnfüllung aus, die es von anderen Füllungsarten positiv abhoben:

  • einfaches Handling für den Zahnarzt
  • kurze Verlege-Dauer
  • Amalgam verursacht geringe Kosten
  • Krankenkassen übernehmen die Kosten der Zahnbehandlung
  • lange Haltbarkeit (bis zu 10 Jahre)
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
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Wie giftig ist Amalgam als Füllungen für Zähne?

Gesundheitliche Bedenken bezüglich des Quecksilbers sind begründet, hinsichtlich der modernen Amalgamfüllungen jedoch weiterhin umstritten. Eine im Jahr 2008 veröffentlichte Langzeitstudie proklamierte, dass Befürchtungen unangebracht seien. Zwar könnten Rückstände der Amalgame des Quecksilbers im Blut nachgewiesen werden, allerdings sind die Quecksilberwerte derart gering, dass schlimme Konsequenzen wie eine Amalgamvergiftung eher nicht der Realität entsprechen. Menschen, bei denen allerdings mehrere verschiedene Metalle (Amalgam, Gold, Silber) im Mund vorhanden sind, haben nachweislich erhöhte Quecksilberwerte in Urin und Blut.

Wird ein Zahn - oder mehrere - mit einer entsprechenden Füllung ausgebessert, besteht nach heutigem wissenschaftlichen Stand kein Grund zur Besorgnis. Generell sollten Zahnfüllungen mit Quecksilber bei Schwangeren und Nierengeschädigten nicht appliziert werden. Auch im Milchgebiss kommen Füllungen mit Quecksilber nicht mehr zur Anwendung.  


Zwar ist Quecksilber nachweislich gesundheitsschädigend, allerdings konnte seine gefährdende Wirkung in den modernen Mischungen nicht wissenschaftlich bewiesen werden.

Durch elektrochemische Korrosion können sich Quecksilberionen aus dem Amalgam im Mund lösen und zu einer Amalgamvergiftung führen. Auch weitere Metalle der Füllung, wie Zinn und Kupfer, gelangen aufgrund von Abrieb in den Organismus. Das Quecksilber wird vor allem im Fettgewebe eingelagert und übt von dort seine neurotoxische Wirkung aus, denn auch das Nervengewebe ist von Fett durchzogen. Deshalb empfiehlt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Schwangeren, Heranwachsenden mit Milchgebiss und Nierenkranken auf Füllungen der Zähne mit Quecksilber zu verzichten.

Seit dem frühen 19. Jahrhundert wird das Quecksilberhaltige Material verwendet


Bei gesunden Patienten mit Amalgam im Mund ist die vierfache Anreicherung der anorganischen Quecksilberwerte im Blut zwar nachweisbar, die Werte liegen aber deutlich unter der kritischen Belastungsgrenze. Ein direkter Zusammenhang zwischen den erhöhten Blutwerten und den häufig zitierten Beschwerden (Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel, Reizbarkeit, Depression, Muskelzittern, Verdauungsstörungen und Allergien) konnte nicht nachgewiesen werden. Aktuelle Studien kommen allerdings zu dem Ergebnis, dass eine Entfernung des Amalgaments nachweislich zu einem Absinken der Quecksilberwerte in Blut und Speichel führt. Die Patienten berichteten in der Regel von einer deutlichen Besserung der subjektiv empfundenen Beschwerden. Vor diesem Hintergrund ist die immer wieder geführte Debatte um das Amalgamverbot sinnvoll.

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Gibt es überhaupt noch ein Pro für Amalgamfüllungen mit Quecksilber?

Wer auf dem Zahnarztstuhl sitzt und vom Zahnarzt die Mitteilung erhält, dass die Läsion des Zahnes mit einer Zahnfüllung behandelt werden muss, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass bioverträglichere Materialien existieren als Amalgam. Bei jedem Umgang mit dem Material Amalgam werden für alle beteiligten Quecksilberdämpfe freigesetzt.

Vorsicht bei Amalgam?

Dieser Quecksilberdampf gelangt in den Organismus aller beteilgten Personen. Deshalb wird diese Zahnsanierung nur noch vereinzelt in deutschen Zahnarztpraxen angewendet.

Füllung aus Amalgam

In früherer Zeit wurde die Amalgamfüllung wegen ihrer hohen mechanischen Belastbarkeit vor allem für Füllungen im Seitenzahnbereichbereich eingesetzt. Aufgrund der rasanten Entwicklung in der Zahnmedizin kommen überwiegend keramische Inlays oder die Teilkrone mit dem Cerec System zum Einsatz. Bei kleineren Defekten am Zahn eignen sich Kunststoffüllungen mit Keramikanteil.

Nachteile einer Füllung aus Amalgam auf einen Blick

  • Gefärdungspotenzial durch Quecksilber im Zahnamalgam
  • fehlende Zahnästhetik (silbrig-graue Farbe bei Amalgam)
  • elektrochem. Spannungspotenzial bei Einsatz bei verschiedenen Metallen im Mund
  • Zahnverfärbung
  • Auslöser von Kopfschmerzen, Metallgeschmack, brennende Zunge, Allergien, Mundtrockenheit
  • Zahnfleischentzündung, Zahnfleischschwund
  • Osteomyelitis
  • Amalgam ist umweltschädlicher Sondermüll
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Amalgam nach einer Wurzelspitzenresektion

Nach einer Wurzelspitzenresektion (retrograde Wurzelfüllung) oder als Zahnaufbau für die Zahnkrone oder Zahnbrücke als Zahnersatz kommt die Amalgamfüllung nicht mehr zum Einsatz. Als sog. Amalgamtätowierung werden versprengte Reste dieses Füllungsmaterials unter der Mundschleimhaut bezeichnet.

Amalgamtätowierung

Sehr oft finden sich in solchen Fällen eingesprengte Amalgamreste im Knochen. Grundsätzlich ist die chirurgische Entfernung durch eine Osteotomie des Fremdmaterials in Lokalanästhesie angezeigt, da unerwünschte Fremdkörperreaktionen durch den Organismus hervorgerufen werden können.

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Warum wird der zahnmedizinische Einsatz von Amalgam nicht verboten?

Laut einem Konsenspapier des Bundesgesundheitsministeriums, des BfArM und zahlreicher zahnärztlicher Vereinigungen aus dem Jahre 1997, Empfehlungen der Europäischen Union und diversen Forschungsarbeiten kann kein Nachweis der Gefährdung durch Amalgam festgestellt werden. Ein medizinisch fundierter Nachweis einer Quecksilbervergiftung durch Amalgam exisitiert bis heute nicht. Aktuell gelten Füllungen mit Quecksilber  für die gesetzlichen Krankenkassen als Standardlösung.

Welche Arten der Zahnfüllungen gibt es außer Amalgam?

Amalgam ist bei weitem nicht das einzige Füllmaterial. Alternative Zahnfüllungen aus Keramik und Gold sind aus toxikologischer Sicht unbedenklich, sofern diese zementiert und nicht eingeklebt werden. Kunststofffüllungen, wie Ormocere oder Komposit, können hingegen Nachteile bergen.

Kunststoff, Gold oder Keramik stehen als Alternativen zur Verfügung

Einerseits sind die Kunststoffinlays statistisch betrachtet weniger beständig als Füllungen aus Amalgam, ferner ist die toxikologische Unbedenklichkeit der Füllungen aus Komposite möglicherweise fraglich, da die Füllmasse Komposite aus bis zu 200 chemischen Verbindungen bestehen kann.

Wie sind die Kosten bei einer Entfernung des Amalgams beim Zahnarzt?

Bei einer Amalgamallergie oder nachweislich bedingten gesundheitlichen Schäden durch eine Amalgamfüllung wird in der Regel vom Zahnarzt in Zusammenarbeit mit einem Internisten eine  Entfernung des Amalgams vorgenommen. Im Anschluss erfolgt eine Amalgamsanierung. Pro zu sanierendem Zahn ist mit mindestens 40 Euro dafür zu rechnen. Zusätzlich kommen noch die Kosten für neues Füllmaterial hinzu. Wenn Sie als Patient sich mit dem Amalgam im Mund in ihrem gesundheitlichen Wohlbefinden beeinträchtigt fühlen, kann das Ausleiten des Amalgams eine sinnvolle Maßnahme sein.

Die Kosten für einen Austausch berechnen sich einerseits durch die Entfernung. Hinzu kommen die Kosten je nach gewählter Füllungsart.

Wir helfen Ihnen gerne weiter und beraten Sie umfassend über die Möglichkeiten, die Sie hinsichtlich der individuellen Situation Ihrer Zähne haben. Sprechen Sie mit uns und informieren Sie sich, wie Ihr Gebiss im Rahmen einer Zahnbehandlung von Amalgam befreit werden kann.

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Grundsätzliches Vorgehen bei der Sanierung

Im Rahmen der Amalgamsanierung werden aus dem Zahn die eingeschwemmten Quecksilberionen aus den Organen und dem Nervengewebe durch eine allopathische Ausleitung mit so genannten Chelatbildnern entfernt. Die Ausscheidung erfolgt dann über den Darm und die Niere.

Ausarbeitung einer Zahnfüllung

Amalgamsanierung mit der Alge Chlorella

Chlorella-Alge bindet das Quecksilber und wird als erstes genommen. Danach können parallel zur Chlorellaeinnahme Substanzen gegeben werden die Quecksilber im Gewebe lösen und so die Quecksilberbelastung im Körper verringern. Wenn es Ihnen bei einer Entgiftungstherapie schlecht geht, dann lassen Sie alles, das löst weg und erhöhen das, was bindet und die Trinkmenge! Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Erkältung, Hautausschlag etc. können durch gelöste Giftstoffe entstehen, die der Körper nicht ausscheiden kann. Quecksilber wird über die Nieren ausgeschieden. Das heißt, Sie sollten viel gutes Wasser (am besten heiß) trinken. Manche Autoren empfehlen eine Chlorellaeinnahme über einen Zeitraum von 5 Jahren. Sie können also Chlorella über einen längeren Zeitraum bedenkenlos einnehmen.

Entgiftung unter ärtzlicher Begleitung mit DMPS

Die DMPS-Therapie wird für den Bereich außerhalb des Zentralnervensystems als die wirksamste Schwermetall-Entgiftungsbehandlung (u.a. Quecksilber) angesehen. DMPS (Sodium 2,3-dimercaptopropane-l-sulfonate) wird überwiegend intravenös injiziert, kann aber (bei verminderter Wirkung) auch oral eingenommen werden. Es wird von der Berliner Firma Heyl hergestellt und ist verschreibungspflichtig.

Das Medikament ist ein schwefelsaures Salz mit freien SH-Gruppen (Schwefel-Wasserstoff-Gruppen), die sich im Körper dann Schwermetalle wie Quecksilber, Kadmium, Arsen, Blei, Kupfer, Silver, Zinnan sich binden können.

Fazit zu Füllungen aus Amalgam

  • alte Füllungen aus Amalagam stehen im Verdacht u.a. Kopfschmerzen und Allergien auszulösen
  • eine Gesundheitsgefährung durch moderne Amalgamfüllungen mit 3% Quecksilberanteil konnte nicht nachgewiesen werden
  • unbedenkliche alternative Zahnfüllungen: Keramik und Gold sind unbedenklich
  • Kunsttofffüllungen (Komposite) enthalten viele chemische Verbindungen, die ebenfalls problematisch sein könnten
  • Kosten für Amalgamentfernung sind selbst zu tragen, setzen sich zusammen aus Entfernungen der Füllungen aus Amalgam und Kosten für die neue Füllung des Zahns.

Möchten Sie mehr über Amalgam und zeitgemäße Verfahren einer Zahnfüllung erfahren? Sorgt Sie der Gedanke, wegen einer alten Zahnfüllung Quecksilber im Mund zu haben ? Rufen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch:

Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)


Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 13.11.2017


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