Amalgamverbot

Amalgamverbot – Warum ein europaweites Verbot für Amalgamfüllungen wahrscheinlich ist

Vorsicht AmalgamNahezu jeder Mensch hierzulande ist in seinem Leben bereits mit dem Zahnamalgam in Berührung gekommen. Bei vielen von ihnen wurde es für kleinere Füllungen verarbeitet. Allerdings ist dieses Mittel nicht ganz unumstritten. Gesundheitliche Bedenken werden laut. Auch ein negativer Einfluss für die Umwelt lässt sich nicht vollends leugnen. Erwartet uns bald ein Amalgamverbot – und was wiederum folgt für die Medizin daraus?

Inhaltsübersicht:

 

Warum wird ein Amalgamverbot diskutiert?
Amalgamverbot Umwelt

In den vergangenen Jahrzehnten galten Amalgamfüllungen als primäres Mittel, um beschädigte Zähne zu reparieren. Die Substanz ließ sich mühelos verarbeiten und wurde kostengünstig eingesetzt. Die Vorteile in der Anwendung schienen die stets vorherrschenden Bedenken zu überwiegen.

Eine Amalgamvergiftung, ausgelöst durch das in der Mischung befindliche Quecksilber, wurde dagegen in den letzten Jahren erst nachgewiesen – und kontrovers diskutiert. Ein Verbot dieses Füllstoffs rückt damit näher. Einige europäische Länder haben den Schritt bereits vollzogen. In anderen – wie etwa Deutschland – steht ein Entschluss des Amalgamverbots noch aus. Ihm könnte allerdings eine untersagende Anordnung der Europäischen Union zuvorkommen. Mag auch noch kein Ergebnis gefallen sein, so ist die Tendenz dafür doch bereits jetzt absehbar.

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Was spricht für das Amalgamverbot?

AmalgamfüllungAls häufiger Kritikpunkt gelten vornehmlich gesundheitliche Aspekte. Das Amalgam besteht zu einem hohen Teil aus Quecksilber, welches zu den für den Menschen schädlichsten Schwermetallen gehört. Die Verbindung steht somit im Verdacht, einen Auslöser für zahlreiche chronische Krankheiten darzustellen. So nehmen wir zwar täglich gewisse Mengen davon über die Nahrung oder aus der Luft in uns auf. Deutlich nachhaltiger gestaltet sich aber das Einwirken der Amalgamfüllungen.

Einerseits gelangt ein geringer Bestand durcenh den Abrieb beim Kauen in den Organismus des Betroffenen, andererseits können quecksilberhaltige Dämpfe durch die Füllungen entstehen und als solche im Gehirn und Nervenzentrum eine negative Wirkung entfalten. Zumal in der modernden Zahnmedizin deutlich verträglichere Alternativen vorhanden sind.

Die Umwelt und das Amalgamverbot

Fernab der rein mit Blick auf die Zahnmedizin geführten Diskussion werden aber auch umweltrechtliche Bedenken hörbar. Das Amalgam und sein Bestandteil Quecksilber gelten aufgrund ihrer toxischen Wirkung als Belastung für die Natur, das Wasser und die Luft.

Quecksilberanteil von Amalgam

Ein Amalgamverbot würde somit dazu führen, dass künftig auch keine giftigen Dämpfe von dem Metall mehr ausgehen können. Denn der Aufwand, diese etwa in der Herstellung der Füllungen sowie bei der Verarbeitung derselben abzusaugen, zu filtern und die dabei entstehenden Schadstoffe umweltfreundlich zu entsorgen, wird noch immer als sehr hoch und kostenintensiv angesehen. Wird die Nutzung dagegen grundsätzlich untersagt, könnte ein erheblicher negativer Einfluss für Mensch und Umwelt umgangen werden. Auch in dieser Hinsicht wäre ein Verbot also begrüßenswert.

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Welche alternativen Füllstoffe gibt es? 

Noch gibt es kein Amalgamverbot, doch wer bewusst auf Füllungen aus Amalgam verzichten möchte, kann auf mehrere alternative Füllstoffe zurückgreifen. Dazu zählen vor allem Kunststoffe (sogenannte Komposite oder Ormocere) oder Gold und Keramik.

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Was spricht gegen das Amalgamverbot?

Das Amalgam gehört heutzutage aufgrund der hohen Beimischung an Quecksilber zu den am häufigsten kontrollierten Hilfsmitteln im gesamten medizinischen Bereich. Entsprechend oft werden Studien und Untersuchungen zu diesem Thema durchgeführt. Ihre Ergebnisse leugnen den schädlichen Einfluss der Amalgamfüllungen nicht, zeichnen aber ein insgesamt weniger dramatisches Bild. Personen, die überdurchschnittlich viele Füllungen aufweisen, neigen somit sicherlich etwas häufiger zu bestimmten Erkrankungen des Nervensystems, des Darms oder zu organischen Fehlfunktionen. Am Anstieg chronischer Leiden innerhalb der gesamten Bevölkerung wird dem Füllstoff  dennoch nur ein kleiner Einfluss zugewiesen. Die quecksilberhaltige Verbindung müsste sich in erheblichen Mengen in den Zähnen der Menschen finden lassen, um nachhaltig und umfassend etwaige Krankheiten auszulösen.

Die Kostenfrage beim Amalgamverbot

Kostenfrage beim AmalgamverbotDie Kritiker führen aber nicht alleine den gesundheitlichen Aspekt in der Diskussion um das Amalgamverbot an. Sie bemängeln auch, dass alternative Füllungen nicht nur aufwendig in der Verarbeitung wären, sondern gleichermaßen mit hohen Kosten verbunden sind.

Hier käme folglich eine Belastung auf die deutschen und im Gesamtverbund gesehen auch europäischen Krankenkassen zu, die diese vermutlich nicht tragen könnten. Das Amalgam dagegen hat sich seine Vorteile in der Zahnmedizin dank der schnellen und einfachen Aufbereitung sowie der preisgünstigen Umsetzung erworben. Würden die Amalgamfüllungen und das darin vorkommende Quecksilber regelmäßig fachärztlich kontrolliert, könnten chronische Krankheiten ebenso wie umweltrechtliche Auswirkungen vermieden werden. Ein Amalgamverbot wird aus dieser Perspektive somit nicht begrüßt.

Bei welchen Personen wird der Einsatz von Amalgam verboten?

Auch wenn es hierzulande grundsätzlich noch kein Amalgamverbot gibt, für bestimmte Personengruppen gelten Anwendungseinschränkungen, die auf dem Prinzip des vorbeugenden Gesundheitsschutzes basieren. Bei folgenden Personen dürfen Amalgamfüllungen nicht gesetzt werden:

  • Menschen mit bekannter Überempfindlichkeit auf Amalgam
  • Schwangere
  • Kinder
  • Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen

 

In welchen Ländern ist das Amalgamverbot bereits in Kraft getreten?

Amalgam wird bereits seit über 150 Jahren für Zahnfüllungen verwendet. In den meisten Ländern gilt das Füllungsmaterial offiziell als sicher. Doch die Diskussion um die Risiken klingt nicht ab. In Norwegen, Schweden und Dänemark überwiegen die Bedenken, deshalb haben diese drei Länder bereits ein Amalgamverbot verhängt. Langfristig wird die Verwendung von Amalgam in vielen anderen Ländern zumindest eingedämmt, das wurde 2013 im sogenannten Minamata-Abkommen beschlossen.

Das Amalgamverbot scheint unumgänglich

AmalgamvergiftungIn den deutschen und europäischen Gremien der Zahnmedizin sowie der Gesundheitsministerien wird das Für und Wider eines Amalgamverbots abgewogen. So gilt noch immer die vorherrschende Meinung, dass die Füllung  erst im schlimmsten anzunehmenden Fall wirklich eine Gefährdung für die Gesundheit darstellt.

Dennoch beginnen einige Nationen bereits, das Zahnamalgam grundsätzlich nicht mehr zu verwenden. Deutschland ist diesen Schritt bislang noch nicht gegangen, könnte dazu aber schon bald gezwungen sein. Dann nämlich, wenn ein europaweites Verbot für Amalgamfüllungen gesetzlich beschlossen und rechtlich abgesichert wird. Bereits seit 2005 ist die Europäische Union bestrebt, die Menge an Quecksilber in Europa zu verringern. Dabei macht die Nutzung von Quecksilber für diese Füllungen  allerdings nur ein Viertel des Gesamtverbrauchs aus, drei Viertel entfallen auf industrielle Vorgänge. Speziell zum zahnmedizinischen Amalgam gab die Europäische Kommission im Jahr 2012 eine externe Untersuchung in Auftrag. Die Verfasser der Studie kamen zum Ergebnis, dass ein Amalgamverbot spätestens 2018 kommen sollte, um die Umweltverschmutzung durch Quecksilber aus Zahnfüllungen zu senken. In den nächsten Jahren dürfte das Amalgam daher aus den Zähnen der Menschen verschwinden – und die Gesundheit davon profitieren.

Fazit:

  • Auf Grund der umstrittenen Eigenschaften erscheint ein europaweites Amalgamverbot sinnvoll
  • Norwegen, Schweden und Dänemark haben bereits ein Amalgamverbot verhängt
  • Die Minamata-Studie von 2012 besagt: Die Verwendung von Amalgam soll in vielen Ländern zumindest eingedämmt werden
  • 2018 sollte laut einer Studie – die von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben wurde – das Amalgamverbot spätestens in Kraft treten
  • Keramische Zahnfüllungen bieten ein ästhetisch ansprechenderes Ergebnis

Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 12.04.2016

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