Faltenglättung beim Zahnarzt

Faltenglättung - Zahnarzt - Faltenbehandlung - Lidstraffung - Rechtssprechung

Die Frage nach der Faltenglättung im Rahmen einer Faltenbehandlung beim Zahnarzt war jahrelang aus zahnmedizinischer Sicht betrachtet ein ziemlich stiefmütterlich behandeltes Thema. Kosmetisch-Zahn-Medizinische Techniken zur Verjüngung im Zahn -und -Gesichtsbereich, möglichst minimalinvasiv und wenig belastend sind für eine gut zahlende Klientel mit dem Wunsch nach einem Sexy Aussehen im Trend (Veneers, Lumineers, Zähne bleichen, Zahnreinigung, Faltenbehandlung). So gibt es mittlerweile von wissenschaftlichen Gesellschaften zahlreiche Fortbildungskurse, in denen Zahnärzten die Technik so z.B. der Faltenglättung durch Hautverjüngung  vermittelt wird. Die eigentliche Kernfrage, ob nun ein Zahnarzt überhaupt eine Faltenglättung in seiner Ambulanz durchführen darf, stellte sich dabei offensichtlich nicht.  In diesen Kursen wurden sogar Faltenunterspritzungen für den gesamten Kiefer-Gesichtsbereich bis einschließlich des Halses mit Botox (Botulinumtoxin) gelehrt. Anti Aging Maßnahmen sind in Zeiten, da alle ewig jung bleiben wollen, allgegenwärtig.

Faltenglättung der ZornesfaltenMittlerweile gibt es aber deutlichen Stress mit Berufsgenossenschaften - Standesorganisationen - Rechtsanwaltskanzleien etc. ob nun ein Zahnarzt überhaupt solch einen kosmetisch korrektiven Eingriff (Kosmetische Zahnheilkunde) wie die Faltenglättung, (auch mit Lasertechnik)  im Gesichsbereich durchführen darf. So hat das Verwaltungsgericht(VG) Münster in einem Urteil vom 19.04.2011 die Faltenglättung mittels Unterspritzungstechniken im Gesicht außerhalb der Lippen als nicht durch die zahnärztliche Approbation gedeckt bezeichnet.  Dieses Urteil führte zu einer Abmahnwelle seitens einer für diesen Bereich in Deutschland nicht bekannten Schweizer Firma. Auch die Bundeszahnärztekammer vertritt in einem Beschluß vom 13.04.2011 eine sehr restriktive Ansicht , was die Faltenglättung für den Zahnarzt betrifft:

Hautverjüngung auch beim Zahnarzt ?" Bei der Augmentation der Lippen und/oder perioraler Falten handelt es sich um kosmetische Eingriffe, die ärztliches, diagnostisches Fachwissen erfordern, um einer Gesundheitsgefährdung durch den Eingriff vorzubeugen. Die Eingriffe sind daher als Heilkunde anzusehen. Ausübung der Zahnheilkunde ist die berufsmäßig auf zahnärztlich-wissenschaftliche Erkenntnisse gegründete Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten. Der von der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde umfasste Bereich erfasst das zum Mund gehörende Gewebe, d.h. den Mundinnenraum, begrenzt durch das Lippenrot. Die Lippenunterspritzung ist deshalb vom Begriff der Zahnheilkunde umfasst und darf vom Zahnarzt ausgeführt werden. Die Behandlung der Gesichtsoberfläche, insbesondere der perioralen Falten, Zornesfalten oder der Naso-Labial-Falten gehört dagegen grundsätzlich nicht zu den der Zahnheilkunde zugewiesenen Körperbereichen. "  Diese Meinungsbildung auch bezogen auf die Faltenglättung verkennt aber, dass das Lippenrot nicht die Zahheilkunde begrenzt.

Die Zahnheilkunde wird durch das europäische Recht mit Art. 5 Satz 1 der Richtlinie 78/687/EWG näher bestimmt: " Die Mitgliedstaaten sorgenGesichtschirurgie dafür, dass die Zahnärzte allgemein zur Aufnahme und Ausübung der Tätigkeiten der Verhätung, der Diagnose und Behandlung von Anomalien der Zähne, des Mundes und der Kiefer und des dazugehörigen Gewebes zugelassen werden.... Dieses umgebende Gewebe definiert sich allerdings nach dem Gesichts- und nicht nach dem Kauschädel. Schon im Jahre 1950 gründete sich der " Facharztverband für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten" . Dieser Facharztverband beinhaltete die damaligen Mund- und Kieferchirurgen(Kieferchirurgie).  In einem Aufsatz von Prof.Hoffmann-Axthelm (Die geschichtliche Entwicklung der Mund-, Kiefer, Gesichtschirurgie) wird deutlich das sich die Mundhöhle, der Kieferknochen und das Gesicht sich in einem Fachtitel nicht trennen lassen( die deckenden Weichteile inbegriffen). Auch stellte schon Prof. Wassmund fest, dass ein Fachchirurg " aus der Zahnheilkunde gewachsen ist und auch weiterhin auf dem Mutterboden der Zahnheilkunde wachsen muß."

Man muss sich wohl bewusst sein, dass die Begriffsbildung Zahnheilkunde eine etwas unglückliche Verkürzung der zahnärztlichen Disziplin auf den Mund(innen)bereich beschreibt. Dennoch umfasst diese Bezeichnung die Krankheiten der Zähne(z.B.Karies), des Mundes(z.B.Parodontose) und der Kiefer(z.B. Kieferbruch) einschließlich der sich umgebenden bzw. der dazugehörenden Gewebe ohne Beschränkung auf die unmittelbare Umgebung wie z.B. der Lippen.

Unabhängig von der Gegenüberstellung aller dieser Betrachtungsweisen sollte der Arzt-Zahnarzt sein Handwerk professioniell beherrschen und sicher ausüben können. Hierzu gehört mit Sicherheit eine geschulte mehrjährige Facharztausbildung mit entsprechender Spezialisierung .

Quelle zu Faltenglättung: auszugsweise Praktische Implantologie und Implantatprothetik 3/2011 S.44


Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 24.10.2016

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