Die Parodontitistherapie im Blickpunkt

Mukositis - Periimplantatis - Knochenaufbau als Ziel

Mit einer Parodontistisbehandlung kann viele Menschen geholfen werden, denen Zahnverlust droht. Sehr ähnlich ist die Zahnimplantatentzündung, bei der der Knochen zurückgeht und sich das Implantat lockert. Beide können behandelt werden.Über 40 Millionen Deutsche leiden an der tückischen Parodontitis, umgangssprachlich auch Parodontose genannt, die häufig Zahnverlust zur Folge hat. Die Periimplantitis ist eine ähnliche Erkrankung, die bei Zahnimplantatträgern zum Verlust der Implantate führen kann. Der Zahnarzt ist in vielen Fällen aber in der Lage diese Entzündungen zu stoppen.

Was es zum Thema Früherkennung, Parodontitistherapie und Parodontalregeneration bei Implantatentzündungen zu wissen gibt, lesen Sie hier.

Inhaltsübersicht:


Welche Formen der Parodontalentzündungen sind zu behandeln?

Neben Parodontitis gibt es auch die Periimplantitis, die sehr ähnlich zu behandelt sind. Bei beiden handelt es sich um Parodontalentzündungen.Die Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Parodonts (auch Zahnhalteapparat genannt); bestehend aus Zahnfleisch (Gingiva), dem Zahnfach, dem Wurzelzement und der Wurzelhaut (Desmodont)), die zum Rückgang von Weichgewebe und Alveolarknochen führt und lockere Zähne oder Zahnverlust nach sich zieht.

Ähnliche Ursachen sind auch für Periimplantitis ursächlich, hier entsteht die Entzündung im Gewebe am Übergang von Implantat und Abutement. Somit beschränken sich beide nicht auf den Zahn selbst, sondern betreffen das gesamte Gewebe, in dem die Zähne bzw. Zahnimplantate verankert sind. Die spezifischen Eigenschaften der parodontalen im Gegensatz zur klassischen Entzündung bestehen darin, dass die Bakterien sich zum großen Teil außerhalb der erkrankten Gewebe befinden und es sich bei Zahn und Parodont um ein offenes System handelt, wo sich die Bakterienstämme immer wieder ansiedeln können.

Formen der Parodontitis

 Zahnmediziner unterscheiden verschiedene Stufen der Parodontitis, die chronische (Chronic Periodontitis) und die aggressive (auch akute Parodontitis, Aggressive Periodontitis). Die chronische Form der Krankheit schreitet langsam fort und bleibt häufig lange Zeit unbehandelt. Die akute Parodontitis hingegen entwickelt sich rasant, sie kann bereits in der Jugend auftreten. Bei der akuten Form schreitet der Gewebeverlust schnell voran. Beide Formen lassen sich mit einer Parodontitistherapie, im schlimmsten Fall in Form einer Parodontaloperation, behandeln. Eine Früherkennung verbessert den Heilungserfolg jedoch enorm.

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Wie diagnostiziert der Zahnarzt die Parodontitis oder Implantitis?

Um eine Parodontitis zu diagnostizieren hat der Zahnarzt spezielle Messinstrumente zur Verfügung, mit denen er die Tiefe der Zahnfleischtaschen genau messen kann.Der Zahnarzt hat mehrere Methoden, um eine Erkrankung und gegebenenfalls das Ausmaß der Parodontitis zu diagnostizieren. Bei der Früherkennung einer Parodontitis setzt der Zahnmediziner vor allem den sogenannten PSI-Index (Parodontaler Screening Index) an.

Dabei kommt ein spezielles Messinstrument (Parodontalsonde oder WHO-Sonde genannt) zum Einsatz. Sie erlaubt die genaue Tiefe der Zahnfleischtaschen (Platz zwischen Zahnfleisch und Zähnen) festzustellen. Gleichzeitig überprüft der Zahnarzt die Blutungsneigung des Zahnfleisches und das Vorhandensein von Zahnstein, welcher Parodontitis begünstigt. Noch ausführlichere Informationen liefern Röntgenaufnahmen, die bei Auffälligkeiten am Parodontium ergänzend eingesetzt werden. Sie zeigen genau auf, ob und wie weit sich der Kieferknochen zurückgebildet hat. Nach dieser gründlichen Untersuchung des Zahnhalteapparates stellt der Zahnarzt den Parodontalstatus fest, beurteilt also, welche Form der Parodontitis vorliegt.

Was versteht man unter der Parodontalregneration?

Dank der verbesserten Möglichkeiten der modernen Parodontosebehandlung ist es möglich den Verlauf der Krankheit aufzuhalten und gewisse Verluste wieder auszugleichen, eine qualitative und quantitative Parodontalregneration, also die vollständige Wiederherstellung des verloren gegangenen Gewebes, ist jedoch mit den derzeitigen Verfahren nicht möglich. Deshalb ist es auch im Sinne einer zufriedenstellenden Wiederherstellung wichtig, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und sich einer individuell passgenauen Parodontitistherapie zu unterziehen.

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Wodurch kann sie erreicht werden?

Zweck der Parodotalregneration ist es, den Zahnhalteapparat wieder herzustellen in seiner Funktion, sodass die Zähne wieder stabilsiert werden.

Zweck der Therapiemaßnahmen zur Parodontalregeneration ist es, die Gesundheit des Zahnhalteapparates weitestgehend wiederherzustellen. Dafür ist die Früherkennung sehr wichtig, denn großflächige Gewebeverluste sind nur sehr schwer zu rehabilitieren. Im Wesentlichen verfolgt die Parodontitistherapie folgende Ziele auf dem Weg zur Parodontalregeneration: Die Verursacher der Krankheit (Bakterien) beseitigen, die Entzündung stoppen und die Gewebegesundheit wiederherstellen. Speziell zum Aufbau von Gewebe im Rahmen der Parodontalregeneration stehen dem Zahnarzt mehrere Methoden zur Verfügung, dazu zählen die gesteuerte Geweberegeneration (unter Einsatz von zellokklusiven Membranen), die Anwendung biologisch aktiver Substanzen (wie Schmelz-Matrix-Proteinen oder Emdogain) und die Anwendung von Knochenersatzmaterial.

Welche Behandlung ist zur Parodontitistherapie sinnvoll?

Eine effiziente Parodontitistherapie bedarf verschiedener Behandlungsschritte. In erster Linie geht es darum, schädliche Bakterien zu beseitigen und so die Entzündung einzudämmen. Dafür können einerseits mit mechanischen Verfahren (Scaling) Zahnbeläge über und unter dem Zahnfleischsaum entfernt und vorhandene Zahnfleischtaschen bis in die Tiefe gesäubert. In besonderen Fällen kann andererseits eine unterstützende Behandlung mit Antibiotika erfolgen, die Komplikationen und weitere Entzündungen eindämmt.

Antibiotikaeinsatz

Antibiotika können die Parodontitisbehandlung unterstützen.Da Bakterien in dem sogenannten "Biofilm" (Synonym für Zahnbelag oder Plaque) sitzen, sind sie schlecht angreifbar. Nicht alle Mittel dringen zu ihnen durch. Daher muss antibiotisch gezielt behandelt werden. Zur Bestimmung der idealen Parodontitistherapie mit Antibiotika wird ein Parodontitis-Keimtest angewendet. Er zeigt auf, welche Bakterien hauptverantwortlich sind, denn der Mund ist Lebensraum für über 600 Arten.

In der Praxis bewährt hat sich eine Antibiotikatherapie, bei der zwei Kombipräparate verabreicht werden. Zusammen können die Arzneimittel Amoxicillin und Metranidazol ein breites Keimspektrum erfassen und schädliche Bakterien umfassend bekämpfen. Die Parodontitistherapie mit Amoxicillin und Metranidazol wird hoch dosiert für einen beschränkten Zeitraum von maximal sieben Tagen angewendet und eignet sich sowohl für die chronische als auch für die akute (aggressive) Parodontitis. Eine anhaltende Antibiotikabehandlung kann lokal (im Zahnfleisch) in niedrigerer Dosierung erfolgen, um die Entzündungsfreiheit zu garantieren.

Grundvoraussetzungen für den Erfolg der Antibiotika:

  • Bakterien müssen auf Antibiotika empfindlich sein
  • Medikament erreicht den erkrankten Herd
  • Ausreichende Dosis und Wirkdauer des Antibiotikums

 

Wie werden Implantatenzündungen behandelt?

Eine Periimplantitis, bei der das Gewebe rund um das in den Kieferknochen eingebrachte Zahnimplantat entzündet ist, ist sehr ähnlich zu behandeln wie eine Parodontitis. Der Grund dafür ist, dass die Charakteristika des Biofilms periimplantärer Entzündungen dem der Parodontose gleichen. Lediglich in Einzelfällen wurden hier auch Staphylokokken gefunden. Daraus wurde wiederum die Behandlungsstrategie bei der Implantatentzündung abgeleitet:

  • Bei Mukositis (d.h. Sondierungstiefe größer als drei Milimeter, kein Knochenverlust) erfolgt eine mechanische Reinigung und Desinfektion.
  • Bei leichter Periimplantitis (Sondierungstiefe größer 4mm, Knochenverlust weniger als 2mm) wird eine mechanische Reinigung, Desinfektion und unterstützende Parodontitistherapie mit Antibiotika durchgeführt.
  • Bei fortgeschrittener Periimplantitis (Sondierungstiefe größer 5 mm, Knochenverlust größer 2mm) wird zunächst ein chirurgischer Zugang gelegt, danach mechanische Reinigung, Desinfektion und Einnahme von Antibiotika

Wie bei der Parodontitistherapie wird der Kombinationstherapie mit Metronidazol und Amoxicillin der Vorrang gegeben, da die Erfahrungen hier gut sind.

Wie läuft die Behandlung ab?

Zunächst werden die Zahnfleischtaschen gereinigt und die Beläge entfernt mithilfe des Scalings. Zusätzlich wird evtl. ein Antibiotikum eingesetzt. Darüber hinaus erklärt der Zahnarzt konkrete Regeln zur Mundhygiene.Im Rahmen der Parodontitistherapie werden vorhandene Zahnfleischtaschen gereinigt und hartnäckige Zahnbeläge mechanisch entfernt (Scaling). Darüber hinaus erklärt der Mediziner, wie die häusliche Mundhygiene durchzuführen ist. Ist der Zahnarzt mit dem Heilungsprozess in der ersten Nachkontrolle zufrieden, erfolgt der nächste Kontrollbesuch etwa drei bis sechs Monate nach dem Eingriff.

Dann kann abgeschätzt werden, ob ein erneutes Scaling oder weitere Behandlungsschritte notwendig werden. Regelmäßige Kontrollbesuche sind für Betroffene mit Parodontitis Pflicht, die Häufigkeit der Besuche wird aber im Einzelfall abgesprochen. Bei jedem Zahnarzttermin überprüft der Zahnarzt den Zustand des Parodontiums und ob die häusliche Mundhygiene ordentlich ausgeführt wurde. Mindestens einmal im Jahr führt der Zahnarzt eine sogenannte Taschentiefenmessungen durch, um die Ergebnisse der Parodontitistherapie zu kontrollieren. Nur mit einer dauerhaften Behandlung kann eine Wiederbesiedelung mit parodontopathogenen Bakterien und ein Aufflammen der Erkrankung erfolgreich verhindert werden.

Was kann ich selbst zur Parodontitistherapie beitragen?

Der Erfolg einer Parodontitis- bzw. Implantitistherapie wird nur durch die Zusammenarbeit von Zahnarzt und Patient gesichert. Patienten kommt die Aufgabe zu, mittels einer gründlichen täglichen Mundhygiene zu verhindern, dass die vom Zahnarzt beseitigten Bakterien sich wieder ansiedeln (Zahnbelag verhindern). Wichtigste Instrumente im Kampf gegen Parodontitis Periimplantitis sind Zahnbürste, Zahnseide und Zahnzwischenraumbürstchen. Auch Zungenschaber und Mundspüllösungen können das Bakterienwachstum im Mund herabsetzen. Spezielle desinfizierende Mundspüllösungen sollten jedoch nicht dauerhaft und möglichst in Absprache mit dem Zahnarzt angewendet werden. Eine effektive Parodontitistherapie ist eine lebenslange Aufgabe, denn die Infektionskrankheit kann aufflammen und wiederkehren. Deshalb sollten gewisse Lebensgewohnheiten vorbeugend geändert werden, speziell Nikotinkonsum (Rauchen) und Übergewicht erhöhen das Parodontitis-Risiko um ein Vielfaches. Abschließend gehören auch regelmäßige Prophylaxe und die professionielle Zahnreinigung zum Repertoire. Nur mit diesem Bündel an Maßnahmen und Therapiemöglichkeiten lässt sich der Parodontitis erfolgreich entgegenwirken.

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Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)


Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 11.07.2016

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