Knochenschwund (Osteoporose)

Knochenschwund ist ein Leitsymptom bei Parodontose und muss schon vor einer Implantation mit Zahnimplantaten verhindert werden

Osteoporose ist inzwischen eine Volkskrankheit. Die Befürchtung, dass diese Krankheit zu Zahnverlust führt, ist aber unbegründet.

Das Thema Osteoporose, häufig auch "Knochenschwund" genannt, ist als Volkskrankheit in den vergangenen Jahren verstärkt in das Blickfeld der Bevölkerung gerückt. Betroffene befürchten negative Auswirkungen auch auf die Zähne. Der Knochenschwund im Kiefer hat jedoch zumeist andere Ursachen.

Was den dentalen Knochenverlust und dadurch Lockerung der Zähne hervorruft und wie dieser behandelt werden kann, beleuchten wir im Detail.

Inhaltsübersicht:

  1. Was ist Knochenschwund?
  2. Führt Knochenschwund zu Zahnproblemen?
  3. Osteoporose-Medikamente als Ursache von dentalem Knochenschwund?
  4. Wie macht sich Knochenschwund bemerkbar?
  5. Wie kommt eigentlich Knochenschwund im Kiefer zustande?
  6. Wie kann man die Zähn trotz Knochenschwund retten?

 

Was ist Knochenschwund?

Osteoporose stellt eine Erkrankung des gesamten Skeletts dar. Dabei verlieren die Knochen langsam Struktur, Festigkeit und Masse.

Knochenschwund (Osteoporose) ist eine Erkrankung des gesamten Skeletts. Bei der Krankheit verlieren Knochen schleichend an Masse, Festigkeit und Struktur. Die Knochenmasse nimmt ab, weil das normale Gleichgewicht von Knochenbildungs- und Abbauprozessen gestört ist. Die Knochenkrankheit kann sich im gesamten Körper manifestieren und stellt sich aufgrund von Ernährungsmängeln, Bewegungsarmut und vor allem des Älterwerdens ein. Auch das Rauchen und ein sehr niedriges Körpergewicht gelten als Risikofaktoren. Osteoporose entsteht in seltenen Fällen auch durch eine Stoffwechselkrankheit oder die Einnahme bestimmter Medikamente.

Trotz vieler Studien ist es bis heute nicht ganz klar, wie Osteoporose sich auf Zähne und Kieferknochen genau auswirkt. Es wird angenommen, dass die Krankheit nur bedingt zu einer schlechteren Knochenqualität im Kieferbereich führt.

Knochenschwund im Kiefer resultiert vielmehr aus der Erkrankung Parodontose. Wird die Entzündung nicht rechtzeitig gestoppt bevor sie sich zu Parodontitis entwickelt, kann sie schließlich auf den Kieferknochen übergreifen und schleichend zu dessen Abbau führen, weil der Kieferknochen nicht mehr richtig belastet werden kann.


Führt Knochenschwund zu Zahnproblemen?

Bei Osteoporose Patienten kann es zu Komplikationen bei der Implantation kommen, weshalb der Zahnarzt über die Erkrankung zu informieren ist.


Zwar hat die Osteoporose eine verminderte Knochenqualität zur Folge, Probleme wie vermehrte Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontiums) oder gar Zahnverlust aufgrund der Osteoporose werden aber selten beobachtet. Allerdings kann es bei an Osteoporose leidende Patienten zu Komplikationen bei der Zahnbehandlung und Therapie mit Implantaten kommen. Darauf weist der Bundesverband der implantologischtätigen Zahnärzte in Europa (BDIZ EDI) hin. Die Medikamente der Betroffenen könnten den Knochenstoffwechsel verlangsamen und die Einheilung von Zahnimplantaten behindern. Generell ist die Erkrankung Osteoporose aber nicht als grunsätzlicher Hinderungsgrund für Zahnimplantate anzusehen. Betroffene sollten den Zahnarzt über die Erkrankung aber in jedem Fall informieren, sodass vorbereitende Maßnahmen getroffen werden können.

Der BDIZ EDI empfiehlt für die weitere interdisziplinäre Betreuung dieser Patienten, zunächst darauf hinzuwirken, dass Gewohnheiten in der Ernährung und Mundhygienemaßnahmen so verbessert werden, dass sich chronische Belastungen minimieren. Dazu gehört auch die Prophylaxe beim Zahnarzt, die Entfernung von Zahnstein und die banale Prothesenreinigung.  Der Zahnarzt muss weitere Risikofaktoren, wie Entzündungen an der Zahnwurzel (durch Wurzelspitzenresektion, Wurzelbehandlung), retinierten Weisheitszahn oder eine Parodontose sofort behandeln, um Beeinträchtigungen der Allgemeingesundheit durch Entzündungen im Mundbereich zu verhindern.

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Osteoporose-Medikamente als Ursache von dentalem Knochenschwund?Die Bisphosphonatmedikamente von Osteoporosepatienten stehen im Verdacht dentalen Knochenschwund zu begünstigen. Sie sind aber so gering dosiert, dass hier kein Zusammenhang zu sehen ist.

Viele Osteoporosepatienten erhalten Medikamenten aus der Gruppe der so genannten Bisphosphonate. Diese Medikamente hemmen die Arbeit der Knochenzellen, die für den Abbau der Knochensubstanz hauptverantwortlich sind.

Diese Wirkungsweise macht Bisphosphonate auch für die Krebstherapie interessant, um Metastasen im Skelett zu bekämpfen. Krebspatienten erhalten das Medikament intravenös in einer sehr hoch konzentrierten Darreichungsform. Solche hohen Dosierungen können bei drei bis acht Prozent der betroffenen Krebspatienten zu Osteonekrose, also dem Absterben von Knochenzellen führen. Im Vergleich dazu werden bei Osteoporose Bisphosphonate in einer mindestens zehnfachen geringeren Dosierung oral verabreicht, so dass kein Zusammenhang zwischen der Medikation und dentalem Knochenschwund bei Patienten mit Osteoporose angenommen werden kann.

Wie macht sich Knochenschwund bemerkbar?Aus einer langwierigen Paradontoserkrankung entsteht der Knochenschwund im Kiefer. Hier können sich die Zähne lockern.

Das Hauptsymptom der Osteoporose stellen Knochenbrüche dar, die im Kieferbereich jedoch kein Thema sind. Beim Knochenschwund im Kieferbereich kann durch die abnehmende Knochenmasse eine Lockerung der Zähne erfolgen. Entzündungen, Zahntaschen und Blutungen können vermehrt vorkommen, da Bakterien es schaffen durch die gelockerten Zähne tiefer ins Gewebe einzudringen.

Im fortgeschrittenen Stadium, wenn der Kieferknochen sich bereits stark zurückgebildet hat, kann Knochenschwund den teilweisen oder kompletten Verlust der Zähne hervorrufen.

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Wie kommt eigentlich Knochenschwund im Kiefer zustande?Eine langwierige Parodontoseerkrankung führt zum Knochenschwund im Kiefer.

Knochenschwund im Kiefer resultiert aus einer langwierigen Parodontoseerkrankung, die unbehandelt zu schwerwiegenden Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) führt, durch die der Kiefer nicht mehr wie gewohnt belastet werden kann.

Die normalen Belastungen und Beanspruchungen durch das Kauen schützen den Kiefer vor starkem Knochenverlust, auch bei Patienten, die unter Osteoporose leiden.

Wie Zähne retten trotz Knochenschwund?

Die aktuelle Situation im Mund entscheidet darüber, ob und welche Zähne gerettet werden können.  Da Knochenschwund im Kieferbereich eine Folge der Parodontitis ist, ist die Ursachenbeseitigung, also die Beseitigung von Keimen und Taschen rund um die Zähne, besonders wichtig. Um Zähne zu erhalten ist eine sehr gute Mundhygiene in Verbindung mit regelmäßiger, engmaschiger Nachsorge unumgänglich.

Dem eigentlichen Knochenschwund lässt sich mittels eines Kieferaufbaus in Form einer Augmentation mit Knochenersatzmaterial oder körpereigenen Knochen begegnen. Auf diese Art kann in vielen Fällen eine Knochenregeneration erreicht werden. Handelt es sich um größeren Knochendefizite, wird die Therapie mit autologen Knochen, die vorwiegend aus dem Becken gewonnen werden, bevorzugt. Durch Knochenaufbau kann aber eine spätere Implantation und die Versorgung mit hochwertigen Zahnersatz erfolgen.

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Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)


Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 19.08.2016

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