Stomatitis

Die Stomatitis ist die entzündliche Veränderung der Mundschleimhaut - Doch was kann sie für Folgen im Mund haben?

Stomatitis - Entzündungen können zwar harmlose Ursachen haben, manchmal steckt aber auch etwas ernsthaftes.Entzündungen im Mund können harmloser Natur sein, manchmal stecken aber auch schwerwiegende Erkrankung und Arzneimittelunverträglichkeiten dahinter.  Bevor Betroffene eine Stomatitis selbst behandeln, sollte der Zahnarzt die genaue Ursache abklären, insbesondere wenn ein Kind davon betroffen ist. Wir klären, wie eine Stomatitis entsteht, welche Symptome auftreten und wie sie behandelt wird.

Inhaltsübersicht:

 

Was versteht man unter einer Stomatitis?

Bei der Stomatitis handelt es sich um eine Entzündung der Mundschleimhaut, sie kann lokal begrenzt einen milden Verlauf nehmen oder aber großflächig und schmerzhaft verlaufen. Mediziner unterscheiden zahlreiche Unterarten der Krankheit. Schwere Verläufe werden von Fieber, Schmerzen und Schwellungen begleitet, die das Schlucken und Kauen beeinträchtigen. Die Therapie erfolgt entsprechend der Krankheitsursache, meist reicht eine lokale Behandlung aus. Vor allem für Neugeborene ist die Erkrankung gefährlich, da sie zu einer Hirnhautentzündung führen kann.

Hier weiterlesen zum Thema:

Welche Ursachen führen dazu?

Es gibt viele verschiedene Ursachen für eine Stomatitis, diese können infektiös (ansteckend) oder nicht-infektiös (nicht ansteckend) sein. Zu den infektiösen Ursachen zählen Bakterien (etwa Borrelia vincentii und Fusobacterium nucleatum), Viren - vor allem Herpes (HSV-1 und 2), aber auch das Influenza-Virus, HIV und einige weitere Virenarten - sowie Pilze (beispielsweise Candida).

Stomatitis der Mundschleimhaut durch TeilprotheseZu den nicht-infektiösen Ursachen gehören allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten (auf Medikamente, Strahlentherapie), Vergiftungen, Reizungen (durch eine harte Zahnbürste oder die falsche Putztechnik, zu heiße oder zu würzige Speisen), systemische Erkrankungen (Diabetes, Zöliakie, Leukämie etc.), sexuell übertragbare Krankheiten (Gonorrhoe, Syphilis, Aids), Vitaminmangel, aber auch Substanzen wie Alkohol und Nikotin.

Insbesondere die mangelhafte Pflege von Zahnprothesen (Plaque und Zahnstein an der Prothese) führt bei Senioren mit Zahnersatz unweigerlich zum entzündeten Zahnfleisch.

Zu denken wäre zudem auch an Verbrennungen durch heiße Speisen oder einen Stich mit der Gabel in das Zahnfleisch. Darüber hinaus spielt aber ebenso der Hormonhaushalt des Betroffenen eine wichtige Rolle. Gerade in der Pubertät oder der Schwangerschaft tritt die Mundfäule häufiger auf. Ältere Menschen leiden hingegen im Regelfall darunter, wenn ihre Zahnprothesen (Prothesenstomatitis) und Implantate nicht exakt sitzen oder wenn eine allgemeine Trockenheit der Mundschleimhaut erkennbar ist. Je nach körperlicher Verfassung und der vorhandenen Kräfte zur Selbstheilung kann eine Entzündung in diesen Fällen also nicht ausgeschlossen werden.

Zudem kann sich eine Stomatitis aus einer Gingivitis (Zahnfleischentzündung) entwickeln.

Hier weiterlesen zu den Themen:

Welche Formen der Stomatitis gibt es?

  • Stomatitis angularis (betrifft vor allem die Mundwinkel)
  • Stomatitis herpetica (auch Stomatitis aphthosa oder Mundfäule genannt, wird durch Herpes simplex-Viren verursacht)
  • Stomatitis bismutica (durch Vergiftung mit Bismut)
  • Stomatitis catarrhalis (auch Stomatitis simplex genannt, mit eitrigem Verlauf)
  • Stomatitis diabetica (tritt bei Diabetes mellitus auf)
  • Stomatitis epidemica (auch Maul- und Klauenseuche genannt)
  • Stomatitis gangraenosa (sehr schwerwiegende Entzündung, die Weich- und Knochenteile zerfrisst)
  • Stomatitis maculofibrinosa (mit Bednar-Aphthen)
  • Stomatitis mercurialis (durch Quecksilbervergiftung)
  • Stomatitis mycotica (pilzbedingt)
  • Stomatitis saturnine (Folge erhöhter Bleiexposition)
  • Stomatitis ulcerosa (auch Stomatitis ulceromembranosa genannt, mit Geschwüren)
  • Stomatitis vesiculosa (nur selten beim Menschen, in der Regel tritt diese Variante bei Huftieren auf, wird durch Rhabdoviren verursacht)

Hier weiterlesen zu den Themen:

Auf welchen Wegen ist die Krankheit ansteckend?

Verantwortlich für eine ansteckende Stomatitis sind Bakterien, Viren und Pilze. Die Keime lauern im menschlichen Speichel, daher gilt es körperlichen Kontakt und die gemeinsame Benutzung von Besteck mit erkrankten Personen zu vermeiden. Weil Kinder oft engen Kontakt mit ihren Spielgefährten suchen, sollten kleine Patienten vorübergehend zuhause bleiben.

Hier weiterlesen zum Thema:

Welche Symptome treten auf?

Aphten auf unterer InnenlippeDie Mundfäule lässt sich vor ihrem schmerzhaften Ausbruch gut erkennen. Häufig treten zunächst Aphten auf. Diese können zwar auch bei gesunden Menschen auftreten, aber gerade eine Häufung in einem kurzen Zeitraum deutet eher auf eine Mundfäule hin.

Aus der Mundhöhle dringt meist Mundgeruch, der sich selbst mit einer guten Zahnhygiene nicht beseitigen lässt. Neigen die Zähne darüber hinaus konstant zu einem Belag und reagiert die Mundschleimhaut während des Essens häufiger empfindlich auf die heißen, kalten oder gewürzten Speisen, so kann anhand der Symptome eine Mundschleimhautentzündung ebenso wie die Aphthosa nicht ausgeschlossen werden. Brennende Schmerzen an Zunge und Wange erschweren erheblich die tägliche Nahrungsaufnahme und erzeugen langfristig einen Geschmacksverlust. Zu achten ist dabei in jedem Fall auf eine weißliche Färbung der Aphten, die mit einer rötlichen Umrandung deutlich auf eine Entzündung hinweist. Der geschulte Zahnarzt wird bei einer solchen Stomatitis eine geeignete Behandlung einleiten und weitere Infektionen somit unterbinden.

Symptome der Stomatitis auf einen Blick:

  • Entzündung, Rötung und Schwellung an Mundschleimhaut und Zahnfleisch
  • Bläschen
  • Aphthen oder Geschwüre
  • Beläge
  • Mundgeruch
  • Mundtrockenheit
  • Schleimhautblutungen
  • Schmerzen, Brennen, Kribbeln
  • Taubheitsgefühl, Geschmacksverlust (fade, geschmacklos)
  • Schluck-, Kau- und Sprechbeschwerden (Nahrungsaufnahme erschwert)
  • Überempfindlichkeit auf Heißes, Kaltes, Saures, Würziges
  • Verschleimung
  • Zahnschmerzen

Hier weiterlesen zu den Themen:

Stomatitis beim Kind

Kleine Kinder leiden häufig unter der Mundfäule

Bei Kindern ist die Stomatitis aphtosa (auch Mundfäule genannt) weit verbreitet. Typischerweise erkranken Kinder im Alter zwischen 10 Monaten und 3 Jahren daran. Verantwortlich ist das Herpes-Virus (HSV 1). Die Kinder entwickeln häufig nicht nur schmerzhafte Bläschen und Aphten im Mund, sondern auch Fieber und geschwollene Lymphknoten.

Manchmal blutet die Mundschleimhaut. Essen und Trinken sind für die kleinen Patienten unangenehm, mitunter verweigern sie sogar die Nahrungsaufnahme. Das Fieber kann recht hoch sein und bis zu fünf Tagen anhalten. Insbesondere bei Babys und Kleinkindern kann die Erkrankung einen sehr schweren Verlauf nehmen. In der Regel ist die Mundfäule aber innerhalb einer Woche ausgestanden. Die wunden Stellen heilen und die Bläschen trocknen aus. Erst wenn alle Bläschen ausgetrocknet sind, ist die Ansteckungsgefahr gebannt.

Hier weiterlesen zum Thema:

Wer behandelt die Stomatitis?

Bei Problemen im Mundraum ist der Zahnarzt immer der erste Ansprechpartner. Die Stomatitis und ihre Ursachen werden in der Zahnarztpraxis abgeklärt und die notwendige Therapie eingeleitet.

Vor allem mit Babys und Kleinkinder sollte man direkt zum Zahnarzt gehenBabys und Kleinkinder mit Entzündungen im Mundraum sollten sofort einem Arzt (Zahnarzt, Kinderarzt, Allgemeinarzt im Krankenhaus) vorgestellt werden. Schnelles Handeln ist notwendig, da bei kleinen Patienten mit Stomatitis die Gefahr einer Hirnentzündung oder Hornhautschädigung des Auges besteht.

Hier weiterlesen zum Thema:

Wirksame Therapie

Eine medikamentöse Behandlung erfolgt vor allem lokal mit schmerzlindernden Mundspüllösungen und Gels. Bei Kindern mit starkem Fieber ist zudem wichtig, das Fieber zu senken. Nur bei schwerem Verlauf sind systemisch verabreichte Medikamente wie Antibiotika, Antiviralia oder Antimykotika notwendig.

Gegen Fieber helfen Arzneimittel mit Ibuprofen oder Paracetamol, gegen die Schmerzen im Mund sind Gele mit Lidocain (etwa Kamistad oder Dynexan) empfehlenswert. Das Lokalanästhetikum lindert Schmerzen, Juckreiz und Brennen.

Je nach Ursache variiert auch die richtige Behandlung. Von Kamille und Salbei bei mildem Verlauf auf Viren-Basis bis hin zu Antibiotioka bei Bakterien als Ursache.Erwachsene und Kinder ab 30 Monaten können auch auf Präparate mit Hyaluronsäure zurückgreifen. Diese gibt es als Spray, Spüllösung oder Gel. Die Hyaluronsäure bildet einen schützenden Film in der Mundhöhle, der weitere Reizungen beim Essen und Trinken verhindert.

Bei mildem Verlauf ist eine pflanzliche Therapie mit Kamille und Salbei ausreichend. Die Kräuter wirken antiseptisch, schmerzlindernd und unterstützen auf natürliche Weise die Heilung. Die rezeptfreie Mundspüllösung Pyralvex hat sich bei entzündlichen Erkrankungen des Mund- und Rachenraums bewährt. Pyralvex wird mehrmals täglich mit einem Pinsel auf die entzündeten Stellen im Mundraum aufgetragen. Pyralvex ist gut verträglich und lindert die Schmerzen. Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sind bei Pyralvex nicht bekannt. Bei Pyralvex handelt es sich um ein Phytotherapeutikum mit Rhabarberextrakt und Salicylsäure, das bereits seit über 100 Jahren bei Mundfäule erfolgreich eingesetzt wird.

Die Therapie der Stomatitis erstreckt sich über mehrere Tage, in denen Sie als Betroffener bis zur Linderung sehr konsequent daran festhalten sollten. Ob eine Nachkontrolle oder weitere medizinische Maßnahmen einzuleiten sind, wird Ihr Zahnarzt individuell entscheiden.

Hier weiterlesen zu den Themen:

Was essen bei Stomatitis?

Entzündungen im Mundraum machen die Nahrungsaufnahme beschwerlich. Doch gerade jetzt gilt es ausreichend und ausgewogen zu essen. Insbesondere ein Eiweißmangel verzögert die Regeneration der Schleimhäute.

Mundbrennen kann durch scharfe und säurehaltige Speisen weiter verstärkt werden.

Besonders gut verträglich sind weiche, cremige und pürierte Speisen. Cremesuppen, mildes Gemüse, Joghurt, Käse, Eiergerichte, Kartoffeln, Nudeln, Fisch und Hackfleisch aber auch Pudding und Eiscreme gehören dazu. Kühles und Kaltes beruhigt die Schleimhaut, auf Heißes, Scharfes, Saures und Bitteres sollten Patienten hingegen verzichten, denn durch die Stomatitis schmecken Bitterstoffe viel intensiver.

Neben bitteren Salatsorten sind auch Tomaten (auch in Form von Tomatensoße) und saure Obstsorten vorübergehend nicht empfehlenswert.

Ebenso wichtig ist es, ausreichend zu trinken. Mundfäule wird oft von Fieber begleitet und starker Flüssigkeitsmangel ist gefährlich. Insbesondere kleine Kinder trocknen rasch aus. Kalter Kamillen- und Salbeitee wirken lindernd und antiseptisch. Auch stilles Wasser und Milch sind geeignet. Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke, Obstsäfte, schwarzer Tee und Kaffee sollten Patienten meiden, sie reizen die Schleimhaut nur zusätzlich. Gleiches gilt für Nikotin, weshalb auch das Rauchen eingestellt werden sollte.

Extratipp: Ein Strohhalm mindert den Kontakt mit der Mundschleimhaut und erleichtert kleinen und großen Patienten die Flüssigkeitsaufnahme.

Hier weiterlesen zum Thema:
Das könnte Sie auch interessieren:

Möchten Sie mehr über die Behandlung und Diagnose einer Stomatitis in Kleinmachnow bei Berlin erfahren? Dann rufen Sie uns jetzt an und vereinbaren Sie einen Termin für ein Gespräch:

Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Kieferchirurgie, TSP Implantologie
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)


Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 23.09.2016

Öffnungszeiten »
Mo - Fr: 08:00 - 18:00 Uhr
Sa:          08:00 - 13:00 Uhr
Adresse »
Zahnarzt Berlin Dr. Seidel
Förster-Funke-Alle 104
14532 Kleinmachnow-Berlin

Email:
info@zahn-implantate-berlin.de
Tel.: 033203 85200
Rückruf anfordern »Termin vereinbaren »Email schicken »Anfahrtskarte »Zahnarzt Notdienst »Notruf: 0174/7003008