Oralsex

Sind Oralsex und Zungenküsse verantwortlich für die Entstehung von Krebs im Mund?

Oralsex und Zungenküsse sind nach einer Studie zweier amerikanischer Universitäten oft mit einer oralen HPV-Infektion assoziiert.

Wer käme darauf, dass es gefährlich sein könnte, mit seinem Partner Küsse und andere Zärtlichkeiten auszutauschen. Unter Experten wird die Frage, ob Oralsex und Zungenküsse zu Mundhöhlenkrebs führen können allerdings seit Jahren zum Teil kontrovers diskutiert. Nicht zuletzt hat Michael Douglas dazu beigetragen, dieses Thema in die Öffentlichkeit zu bringen. Er gab ein Statement dazu ab, dass seine eigene Krebserkrankung auf Oralsex zurückzuführen sei. Eine US-Studie legt nahe, dass diese Möglichkeit durchaus besteht

Inhaltsübersicht

  1. Woher kommt die Annahme, dass Oralsex zu Mundhöhlenkrebs führt?
  2. Worin besteht der genaue Zusammenhang zwischen Oralsex und Krebs im Mund?
  3. Warum ist diese Form von Mundhöhlenkrebs so gefährlich?
  4. Welche Präventivmaßnahmen schützen vor Krebs im Mund?
  5. Früherkennung als A und O zur Bekämpfung von Mundhöhlenkrebs
  6. Das Untersuchungsverfahren in der Zahnarztpraxis

 

Woher kommt die Annahme, dass Oralsex zu Mundhöhlenkrebs führt?

Sexy Mund

Eine aktuelle Studie lässt diese erschreckende Vermutung zu. Dabei wurde eine Populationsstudie durchgeführt an Studenten zweier amerikanischer Universitäten und einer Kontrollgruppe, die aus Patienten einer Hals-Nasen-Ohren-Klinik bestand. Den Probanden wurden zu diesem Zweck Blut- und Speichelproben entnommen. Darüber hinaus sollten sie Angaben zu ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie ihren sexuellen Praktiken machen. Die Auswertung dieser Daten ergab, dass diejenigen, die nach eigener Angabe regelmäßig Oralsex (Oralverkehr) hatten, deutlich häufiger an Krebs im Mund erkrankten.

Worin besteht der genaue Zusammenhang zwischen Oralsex und Krebs im Mund?

Natürlich stellt sich die Frage, weshalb gerade Oralsex Auslöser für eine Krebserkrankung der Mundhöhle sein sollte. Eine Schlüsselrolle beim Oralsex spielt dabei das Humane Papillomavirus (HPV) Subtyp 16, das nicht nur in der Mundhöhle, sondern auch in anderen Körperschleimhäuten und im Gebärmutterhals vorkommt.

Ein gesunder Körper, der über ein stabiles Immunsystem verfügt, wird normalerweise problemlos mit diesen Keimen fertig. Aus diesem Grunde lässt sich das Humane Papillovirus nicht ständig im Körper nachweisen. Eine erneute Ansteckung ist aber jederzeit möglich, wobei der Oralsex eine Schlüsselrolle spielt. Außerdem kann das Humane Papillomavirus der Auslöser für einen Gebärmutterhalskrebs bei Frauen und Mädchen sein. Eine vorbeugende Impfung, die in diesem Bereich möglich ist, gibt es für die Mund- und Rachenhöhle noch nicht. Die Experten gehen davon aus, dass sich die Viren in den Haut- und Schleimhautzellen verstecken und beim Oralsex aktiviert werden können. Ein besonders Risiko tragen Personen, die ihre Partner häufig wechseln.

Warum ist diese Form von Mundhöhlenkrebs so gefährlich?

Eine Ansteckung mit Humane Papillomaviren ist jederzeit möglich. Es ist unumstritten, dass die Zahl der Personen, die an Mundhöhlenkrebs erkrankt sind, in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Ob und in welchem Umfang diese Fälle auf Oralsex zurückzuführen sind, muss in weiteren Studien genauer untersucht werden.

Waren früher die meisten Tonsillenkarzinome durch häufiges Rauchen verursacht, so spielt heute das humane Papillomavirus die größte Rolle. Statistiken zeigen, dass sich die Zahl dieser HPV-positiven s.g. Tonsillenkarzinome in den letzten vierzig Jahren verdreifacht hat. Nach der Prognose der Studie ist zudem in den kommenden Jahrzehnten jeweils mit einer Verdopplung des Auftretens dieser Krebsart zu rechnen.

Welche Präventivmaßnahmen schützen vor Krebs im Mund?

Sexy OSSowohl Oralsex als auch Zungenküsse sind grundsätzlich infektionsepidemiologisch nicht problemlos. Dabei kann die Mundschleimhaut verletzt werden, wobei über diese Eintrittspforte Infektionskrankheiten übertragen werden können. Auch durch Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischtaschen können beim Oralsex Bakterien übertragen werden. Der Zahnarzt empfiehlt deshalb nach dem Oralsex in jedem Fall gründliches Zähneputzen und eine desinfizierende Mundspülung. Ist doch gerade die schnelle und frühzeitige Keimabtötung wichtig, um Primärinfektionen und anhaltenden Mundgeruch im Rachenbereich zu verhindern. Insbesondere durch die regelmäßige Mundspülung sorgt dafür, dass ausgetauschte Bakterien zuverlässig abgetötet werden.

Zudem empfiehlt es sich, die Zahnspange vor gewünscht perfekten Zungenküssen und Oralverkehr herauszunehmen, da sonst unangenehme Verletzungen der Mundschleimhaut entstehen können.

Vom Oralsex (Oralverkehr))komplett abzuraten ist unmittelbar nach operativen Eingriffen (Zahnextraktion, Weisheitszahnentfernung, Wurzelspitzenresektion, Implantation). Nachblutungen, Schmerzen und Infektionen könnten hierdurch hervorgerufen werden.

Früherkennung als A und O zur Bekämpfung von Mundhöhlenkrebs

Eine Krebsfrüherkennung und die interdisziplinäre Behandlung in der Kieferchirurgie und Onkologie ist entscheidend für eine mögliche Genesung. Erste Anzeichen für einen bösartigen Tumor kann z.B. unangenehmer Geruch im Mund sein.

Häufig ist der Zahnarzt der erste, der Mundhöhlenkrebs durch Zufall im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt. So gehört zu jeder zahnärztlichen Untersuchung die Mundhöhleninspektion nach tumorösen Veränderungen, wobei ein einfacher Krebstest durchgeführt wird. Für den Patienten ist es auch aus diesem Grund wichtig, einmal im Jahr die regelmäßige Prophylaxe und eine entsprechende Vorsorgeuntersuchung bei seinem Zahnarzt vornehmen zu lassen.

Das Untersuchungsverfahren in der Zahnarztpraxis

Wir setzen in der oralchirurgischen Zahnarztpraxis Dr.Seidel im Bedarfsfall sowie auf Wunsch zur Ausschlussdiagnostik von Krebs in der Mundhöhle eine moderne, schmerzfreie und zielsichere Untersuchungsmethode (Abstrich/ Exfoliativzytometrie) ein. Sie wurde von den beiden Universitätsprofessoren Dr. Torsten W. Remmerbach (Universität Leipzig, Griffith University Brisbane) und Dr. Alfred Böcking (Universität Düsseldorf) entwickelt. Seit 1997 im klinischen Routineeinsatz hat sie sich zur Früherkennung von Krebs im Mund bewährt. Durch die mehrmalige Wiederholung des Abstriches an der Tumor-Verdachtsstelle wird mit diesem Frühdiagnostiksystem eine hohe Sicherheit erreicht.

Ist die Diagnose eindeutig, muss natürlich so schnell wie möglich mit geeigneten therapeutischen Maßnahmen in der Kieferchirurgie begonnen werden. Wer regelmäßig zum Zahnarzt geht, hat die Chance, dass ein Mundhöhlenkrebs noch im Anfangsstadium entdeckt wird, wodurch die Chancen auf eine vollständige Heilung deutlich verbessert werden können.

Krebsvorsorge - Mundkrebs erkennen, bevor er entsteht: Originalquelle zum Thema: G. D'souza et al. Oral sexual behaviors associated with prevalent oral human papillomavirus infection. J. Infect. Diseases 199 (2009) 1263-1269

Möchten Sie mehr über die Möglichkeiten der Krebsvorsorge oder der Infektionsgefahr durch Oralsex in der Zahnarztpraxis von Dr.med.dent. Frank Seidel erfahren? Wir bieten Ihnen ein speziell auf alle Altersgruppen entwickeltes Prophylaxe-Programm. Dann rufen Sie uns jetzt an und vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch:

Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)


Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 19.11.2015

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