CMD - Funktionsstörung des Kausystems

CMD - Warum ist die Funktionsstörung schwer zu dagnostizieren und welche Therapiemöglichkeiten hat Zahnarzt Dr. Seidel?

Wenn es im Kiefer immer wieder schmerzt oder knackt, ist es möglich, dass Sie an einer Craniomandibulären Dysfunktion leiden, die dringend behandelt werden sollte.Wenn der Kiefer knackt, knirscht, schmerzt oder für Muskelverspannungen im Gesichts- und Nackenbereich verantwortlich ist, könnte CMD (Craniomandibuläre Dysfunktionen) dahinter stecken. Die mysteriöse Funktionsstörung ist nicht immer leicht zu diagnostizieren, lässt sich aber behandeln. Kaum ein anderes Gelenk arbeitet so viel wie der Kiefer. Beim Sprechen, Kauen oder Lachen kommt er zum Einsatz und wird gefordert wie ein Hochleistungssportler. Belastet durch die Ansprüche des Alltags und den Stress unserer modernen Leistungsgesellschaft, weisen immer mehr Menschen Kiefergelenkbeschwerden auf.

Inhaltsübersicht


Wofür steht die Abkürzung CMD?

Die Craniomandibuläre Dysfunktion, CMD abgekürzt, ist eine Funktionsstörung des Kausystems. Zusammengesetzt wird der Name aus den lateinischen Begriffen für Schädel (Cranium), Unterkiefer (Mandibula) und Fehlfunktion (Dysfunktion). Die Erkrankung bezeichnet einen Zustand, in dem Unter- und Oberkiefer in einer verschobenen Bisslage aufeinander treffen. Die atypische Position der Kiefer belastet das Kiefergelenk.

Die Fehlstellung kann Schmerzen verursachen sowie zu einer unnatürlichen Belastung und Schädigung der Zähne führen. In der Funktionstherapie und der zahnärztlichen Funktionsdiagnostik werden solche Funktionsstörungen am Kausystem diagnostiziert. Die alte Bezeichnung dieser zahnmedizinischen Fachrichtung war die „Gnathologie“ (die Lehre vom Kiefer), die Krankheit selbst wurde früher als „Myoarthropathie“( Erkrankung der Kaumuskel- und Kiefergelenke) bezeichnet.


Warum ist CMD so wenig bekannt?

Fast 7 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter CMD. Da die Diagnose so schwierig ist, wird sie aber häufig nicht oder sehr spät erkannt und ist nur wenig bekannt in der Bevölkerung.Obwohl knapp 7 Millionen Deutsche von der CMD betroffen sind, ist die Erkrankung nur wenigen Menschen geläufig. Diverse Symptome begleiten die Funktionsstörung und manifestieren sich bei jedem Patienten anders, weshalb die craniomandibuläre Dysfunktion schwer zu diagnostizieren ist. Die vielfältigen Ausprägungen haben ihr den Beinamen "Chamäleon der Krankheiten" eingebracht, bedeuten für viele Betroffene jedoch einen jahrelangen Leidensweg im Vorfeld der Diagnose.

Den Ursprung nimmt die Krankheit im Kausystem, ihre Wirkung reicht aber weit darüber hinaus. Über Nerven und Muskeln ist das Kausystem eng mit dem restlichen Organismus verbunden, so kann die Funktionsstörung CMD Beschwerden in anderen Bereichen des Körpers auslösen oder durch vorhandene Störungen im Stütz- und Bewegungsapparat intensiviert werden. Viele Patienten berichten von einer Kombination von Symptomen im Bereich der Zähne, des Kopfes, des Nackens, der Augen und Ohren, des weiteren Körpers und schließlich auch von seelischen Beschwerden, wie etwa Schlafproblemen oder Depressionen. Genau diese Vielfältigkeit der Symptome erschwert die Diagnose und sorgt für einen verhältnismäßig geringen Bekanntheitsgrad der CMD bei der Bevölkerung.

Welche Symptome zeigen sich bei der CMD?

Folgende, zahnmedizinisch relevante Symptome können bei der CMD auftreten:

  • Kiefergelenkschmerzen
  • Beschwerden beim Schlucken, Kauen, Sprechen oder Gähnen
  • eingeschränkte Mundöffnung
  • Knack- oder Knirschgeräusche des Kiefergelenks
  • verschobene Bisslage der Zähne
  • spannungsbedingte Kopfschmerzen
  • Verspannungen sonstiger Gesichtsmuskeln (Schläfen, Wangen)
  • empfindliche Zähne durch freiliegende Zahnhälse oder Zahnhalsdefekte
  • Zahnwanderungen und Zahnlockerungen
  • Zahnabrasionen

Wie wird CMD diagnostiziert?

Für die zuverlässige Diagnose eines CMD-Syndroms ist äußerste Sorgfalt erforderlich, um im späteren Verlauf eine zuverlässig wirksame Therapie zu etablieren. Daher erfolgt im ersten Schritt eine detaillierte Funktionsdiagnostik des Kiefers. Zuerst erfolgt eine manuelle Kau- und Bewegungsanalyse durch Abtasten, um die Beweglichkeit von Kiefergelenk und Kaumuskulatur zu bestimmen. Hörbare Gelenkgeräusche, abgeriebene Zähne, Kieferschmerzen oder Verspannungen der Muskulatur im Kiefer-, Rücken- oder Nackenbereich können auf CMD hinweisen. Diagnostiziert Ihr Zahnarzt die für diese spezielle Kieferfehlstellung typischen Symptome, erfolgt eine detailliertere Abklärung durch die instrumentelle Funktionsanalyse. Nun kommen spezielle Messverfahren mit Geräten wie dem Bissregistrat und dem Artikulator zum Einsatz. Diese daraus abgeleiteten Informationen über die Kieferfehlstellung bilden die Grundlage für die weitere Therapie.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Bei einer CMD wird zunächst genauestens der Kiefer und sene Fehlstellungen vermessen, damit eine individuell notwendige Behandlung erfolgen kann.

Das Ziel der CMD-Therapie ist die Wiederherstellung der ungehinderten Bewegungsfreiheit des Unterkiefers. Am Anfang steht dabei natürlich die umfassende Diagnose, die in schwerwiegenden Fällen bei uns in der Praxis durch eine Kiefervermessung mittels 3D-Ultraschallgerät vorgenommen wird. In der Diagnostik werden Maßnahmen zur Rehabilitation der normalen Okklusion ( Kontakt zwischen den Zähnen des Oberkiefers und des UnterkiefersI) identifiziert.

Die anschließenden Therapiemöglichkeiten umfassen Schienen und Aufbissbehelfen, das Einschleifen störender Zähne sowie Versorgungen mit Zahnimplantaten, um eine stressfreie Bisslage (Okklusion) wieder zu ermöglichen. Patienten verspüren im Anschluss an die Therapie einen deutlich verbesserten Kaukomfort. Organische und ästhetische Mängel an den Zähnen werden im Rahmen der CMD-Therapie beseitigt.

Eine Alternative zur Schienentherapie ist die dauerhafte Korrektur der aktuellen Bisslage. Vor allem bei leichten Kieferfehlstellungen ist unter Umstände eine Korrektur der Zahnsubstanz vollkommen ausreichend. Anders sieht es bei schwereren Bissabweichungen aus. Diese erfordern eventuell kieferorthopädische Maßnahmen oder die Neugestaltung der Zahnreihe durch Kronen oder Implantate.

Die komplexen Zusammenhänge, die die Craniomandibuläre Dysfunktion begleiten, verlangen eine ganzheitliche Auseinandersetzung mit der Erkrankung. Das Chamäleon CMD präsentiert sich häufig mit einer Fülle an Symptomen. Dafür ist nicht selten die Zusammenarbeit von mehreren Medizinern aus den Bereichen der Zahnheilkunde, der Orthopädie, der Physiotherapie und der Osteopathie wesentlich und erforderlich.


Wie hoch sind die Kosten der Behandlung?

Die allgemeine diagnostische Überprüfung bei CMD-Verdacht rechnet Ihr Zahnarzt häufig noch mit der Krankenkasse ab. Bestätigt sich der Verdacht, sind für eine genaue Diagnostik aufwendigere Untersuchungen erforderlich. Diese klinische Funktionsdiagnostik kostet ungefähr 700 bis 900 Euro. Im Anschluss daran erfolgt die instrumentelle Funktionsdiagnostik mit Kosten zwischen 1.700 bis 2.500 Euro, in denen bereits die individuell angepasste Aufbissschiene enthalten ist. Entscheiden Sie sich für eine dauerhafte Korrektur der Biss-Fehlstellung, ergeben sich daraus individuell an die Situation angepasste Kosten, über die Sie Ihr Zahnarzt gerne im beratenden Gespräch informiert.


Wer übernimmt die Kosten für eine CMD-Behandlung?

Weder die ausführliche Funktionsdiagnostik noch die anschließende Therapie sind im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Private Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen übernehmen die anfallenden Kosten entsprechend der vertraglichen Inhalte. Grundsätzlich sollten Sie davon ausgehen, dass die CMD-Behandlung in vollem Umfang eine reine Privatleistung darstellt und die anfallenden Kosten privat zu begleichen sind.

Literatur zum Thema CMD:
  • Sanfte Entspannung bei Zähneknirschen (CMD), P. Schwarz, Joy Verlag

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Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie 
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)


Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 01.12.2016

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