Ketamin - Sedativum beim Zahnarzt

Ketanest und Tiefschlaf beim Zahnarzt als Alternative zur Vollnarkose

Angst vor dem Zahnarzt ist weit verbreitet. Gerade wenn es um oralchirurgische Eingriffe wie die Wurzelspitzenresektion, Weisheitszahnentfernung oder Implantation geht, leiden einige Menschen unter Panikattacken angesichts einer bevorstehenden Behandlung.

Eine Kombination aus Dormicum und dem Sedativum Ketamin ermöglicht diesen Patienten eine angst- und schmerzfreie Behandlung im Tiefschlaf. Intravenöse Sedierung bei Zahnarztangst

Inhaltsübersicht


Was ist Ketanest?

Bei Ketamin handelt es sich um ein Sedativum, das zur Lokalanästhesie oder Narkose angewendet wird.Auch bekannt als Ketanest, ist es als Injektionslösung in Ampullen erhältlich und wird intramuskulär oder intravenös injeziert.

Seit den 70er Jahren ist bekannt, dass der verwendete Wirkstoff Ketamin in Form von Esketaminhydrochlorid Schlaf und Schmerzunempfindlichkeit bewirkt, während die Schutzreflexe erhalten bleiben. Das bedeutet, dass eine Beatmung während der Behandlung nicht nötig ist. Aus diesem Grund ist Ketamin auch ein ideales Sedativum in der Notfallambulanz. Es kann zudem zur lokalen Anästhesie an allen Nerven, ob am Rückenmark oder den peripheren Nerven, eingesetzt werden.Ketanest-Ampullen

Hier weiterlesen zum Thema:

Wann wird Ketamin verwendet?

Pulsoximetrie bei der TiefschlafbehandlungKetamin kommt beim Zahnarzt im Zuge einer OP unter Narkose zum Einsatz. Solche innovativen Narkoseverfahren und Tiefschlafbehandlungsmethoden erlauben es, in der modernen Zahnarztpraxis einen komplizierten Eingriff für den Patienten angst- und stressfrei durchzuführen.

Besonders eignet sich dieses Vorgehen z.B. für eine Sofortbelastung mit Implantaten, bei der in einer Sitzung der Zahn gezogen, das Implantat eingebracht und mit Zahnersatz versorgt wird. 

Hier weiterlesen zu den Themen:

Ergänzende Anwendung von Ketamin bei der Traumschlafbehandlung

In der Zahnarztpraxis werden zudem verschiedene Methoden bzw. Medikamente für eine Behandlung im Tiefschlaf mit einem Sedativum angeboten. Für eine so genannte Traumschlafbehandlung wird das Sedativum Dormicum verwendet. Die intravenöse Gabe des Dormicums garantiert dem Patienten einen sofortigen Eintritt der Wirkung und eine tiefe Entspannungsphase während der Behandlung, bei der stetig die Vitalwerte und Körperfunktionen des Patienten überwacht werden.

Sollte allerdings die Zahnbehandlung wider Erwarten länger dauern und die Wirkung des Dormicum stark abflachen, wird das Sedativum Ketamin genutzt, um die Tiefschlafbehandlung fortzuführen. Dazu wird es dem Patienten sukzessive intravenös verabreicht.Tiefschlafverlängerung durch Ketanest

Gerade bei länger andauernden kieferchirurgischen Eingriffen ist dieses Vorgehen üblich. Ketamin eignet sich daher so gut für die Kombination mit Dormicum, da es dessen pharmakodynamische Wirkung verlängert bzw. verstärkt.

Hier weiterlesen zum Thema:

Übersicht der Anwendungsgebiete von Ketamin als Sedativum

Zusammengefasst wird Ketamin bei folgenden medizinischen Notwendigkeiten verwendet:

  • Einleitung und Durchführung einer Narkose
  • Tiefschlaf beim Zahnarzt in Kombination mit Dormicum
  • Ergänzung bei Lokalanästhesie (örtliche Betäubung)
  • Zur Anästhesie und Schmerzbekämpfung in der Notfallmedizin
  • Zur Schmerzbekämpfung bei künstlicher Beatmung

Anwendung von Ketanest bei Depressionen

Forschungen haben ergeben, dass Ketamin als positive alternative Therapie bei depressiven Patienten, bei denen herkömmliche Antidepressiva nicht wirken, eingesetzt werden könnte. Hierbei ließe sich der Vorteil von Ketamin nutzen, dass es das einzige Narkosemittel ist, welches das Bewusstsein ausschalten kann, aber nicht die Atmung unterbricht.Kopfschmerzen

Für den breiten Einsatz im psychiatrischen Bereich sind jedoch noch weitergehende Studien und Langzeitdaten erforderlich, um die genaue Wirkung sowie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Nebenwirkungen zu testen.

Hier weiterlesen zum Thema:

Wie wird Ketamin verabreicht?

Intravenöse Verabreichung von KetanestIn der Regel wird bei Ketamin die Gabe von 1/4 des Körpergewichtes als Sedativum empfohlen, was bei einem Gewicht von 80 kg einer Ampulle von 2ml Ketamin S/ml entspricht. Generell darf das Sedativum Ketamin nicht direkt mit Dormicum vermischt werden, da es hierbei zu Ausfällungsreaktionen kommen kann. Das heißt, beide Medikamente werden nicht gleichzeitig zugeführt, sondern zeitlich versetzt.

Vor dem Einsatz von Ketamin als Sedativum sollte ein vier- bis sechsstündiges Fasten erfolgen.

Ketanest kann neben der intravenösen und intramuskulären Injektion auch oral verabreicht werden. Dies dient meist der medizinischen Narkotisierung. Die nasale Anwendung ist lediglich in der Partydrogenszene weit verbreitet.

Wie muss Ketamin aufbewahrt werden?

Ketamin ist in Deutschland verschreibungspflichtig, fällt jedoch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

In Ampullen ist Ketamin lediglich für die einmalige Anwendung bestimmt. Restmengen sollten nicht verwendet werden. Die Lösung muss klar und farblos sein. Injektionslösungen können nach Anbruch bei 2 Grad Celsius im Kühlschrank gelagert werden und sind so noch bis zu sieben Tage zu verwenden. Ampullen und Injektionsflaschen sind wegen der Bruchgefahr nicht unter 0 Grad Celsius aufzubewahren. Nicht verbrauchte Arzneimittel oder Verpackungsmaterial sind nach nationalen Regelungen zu beseitigen.

Wie wirkt Ketanest?

Ketanest besteht aus einer Injektionslösung, in der Esketaminhydrochlorid bzw. Esketamin enthalten sind. Außerdem beinhaltet Ketanest Natriumchlorid, Benzethoniumchlorid, Salzsäure und Wasser für Injektionszwecke.

Ketanest entfaltet seine Wirkung im zentralen Nervensystem und setzt dort in Verbindung mit weiteren körpereigenen Botenstoffen eine physikalische Reaktion in Gang. Das Herz-Kreislaufsystem wird angeregt und das Volumen des Herzens erhöht. Auch Herzschlag und die Pulsfrequenz erhöhen sich. Es kann außerdem ein höherer Druck in den Venen und Arterien entstehen. Traumschlaf unter Ketanest

Es kommt dabei zu einer Überreizung des zentralen Nervensystems, welche eine Amnesie auslöst. Das heißt, dem Patienten fehlt die zeitliche Erinnerung. Die Wirkung auf das dezentrale Nervensystem kann dabei unterschiedlich sein. Ketanest kann die Stimmung aufhellen oder eine Depression auflösen.

Welche Risiken sind möglich?

Trotz erhaltener Schutzreflexe kann ein Eindringen von flüssigen oder festen Stoffen in die Atemwege (Aspiration) nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Da der Speichelfluss zudem unter Ketanest erhöht ist, sollte daher vorbeugend mit Atropin behandelt werden. In Kombination mit Schlafmitteln, speziell Benzodiazepinen oder Neuroleptika, kommt es unter Anwendung von Ketanest als Sedativum zu einer Abschwächung der Nebenwirkungen, aber auch zu einer Verlängerung der Wirkungsdauer.

Hier weiterlesen zum Thema:

Wann darf Ketanest nicht angewendet werden?

Kontraindikation - Ketanest

Ketanest darf nicht bei folgenden Indikationen verwendet werden:

 

 

  • Bei Überempfindlichkeit gegen einen enthaltenen Wirkstoff
  • Bei Patienten, für die ein erhöhter Blutdruck oder ein gesteigerter Hirndruck ein ernsthaftes Risiko darstellt
  • In der Schwangerschaft
  • Bei Patienten mit schweren psychischen Störungen
  • Bei erhöhtem Augeninnendruck

Bei allen ambulanten Operationen mit diesem Sedativum muss bis zur Entlassung des Patienten eine angemessene kontinuierliche Überwachung mit einem Pulsoximeter gewährleistet sein.


Ketamin Missbrauch als Droge

Durch seine halluzinogene Wirkung ist der Wirkstoff Ketamin eine äußerst beliebte Partydroge. Dort ist es unter Szenenamen wie Special K, Vitamin K, Keta, Kate oder Ketamin C. Die Beliebtheit als Partydroge liegt in der dissoziativen Wirkung von Ketamin, die den Benutzern von Ketamin als Droge das Gefühl der Trennung von Bewusstsein und Wahrnehmung sowie der Umgebung und dem Körper vermittelt. Sie fühlen sich losgelöst und frei. Gleichzeitig zeigen sich Nebenwirkungen wie leichte Horrortrips oder das sogenannte K-Hole. Bei einem K-Hole handelt es sich um einen Zustand, der äußerlich einer Bewusstlosigkeit gleicht. Die durch die Droge beeinflusste Person nimmt diesen Zustand wie einen gefühllosen Zustand wahr. Diese beiden Nebenwirkungen erzeugen in der Partyszene eine leichte Hemmung, Ketamin in der Häufigkeit wie viele andere beliebte Partydrogen zu missbrauchen.

Was sind die Risiken von Ketamin-Missbrauch?

Wird der Wirkstoff Ketamin als Droge missbraucht, sind die Risiken hoch, dass die beschriebenen Nebenwirkungen in massiver Form auftreten und zu schweren gesundheitlichen Schädigungen bis zum Tod führen können. Vor allem dann, wenn das Medikament gespritzt wird. Ein ebenfalls großes Risiko liegt im Suchtpotenzial von Ketamin bei regelmäßiger Einnahme, da der Körper für den Eintritt der gewünschten Wirkung immer höhere Dosierungen verlangt. Dies wiederum führt zu einem starken Anstieg der Nebenwirkungen bis hin zum Tod.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Obwohl Ketamin in der Anwendung als Anästhetikum und Analgetikum grundsätzlich ein gut verträgliches Medikament ist, so hat es doch einige Nebenwirkungen, die Ihnen als Patient bekannt sein sollten. Der Wirkstoff Ketamin wirkt anregend die Speichelproduktion und kann bei empfindlichen Personen zu Verdauungsstörungen führen. Die Erhöhung des Herzschlags und des Blutdrucks sind weitere unerwünschte Wirkungen von Ketamin. Dies gilt ebenfalls für die Verengung der Atemwege sowie Seh- oder Bewegungsstörungen. Sehr selten zeigen sich schwere Überempfindlichkeitsreaktionen oder Herzrhythmusstörungen. Erfolgt eine zu schnelle Injektion des ketaminhältigen Medikaments, kann dies zu einer Atemdepression führen.

Eine psychisch unangenehme Nebenwirkung ist die halluzinogene Eigenschaft des Wirkstoffs in höherer Dosierung. Ist es nötig, im Rahmen der Behandlung höher zu dosieren, empfiehlt sich die Kombination mit einem Hypnotikum. Dadurch wird die Abschirmung vor sogenannten psychotropen Nebenwirkungen (Pseudohalluzinationen) gewährleistet.

 

Welche Wechselwirkungen/ Unverträglichkeitsreaktionen sind bekannt?

Wenn Ketanest mit Xanthinderivaten (vorrangig bei Bronchialerkrankungen eingesetzt) wie Theophyllin oder Aminophyllin kombiniert wird, kann eine Absenkung der Krampfschwelle die Folge sein. Daher sollte diese Kombination nach Möglichkeit vermieden werden. Auch von einer gleichzeitigen Einnahme von Ergometrin (bei der Geburtshilfe verwendet) ist abzuraten.

Macht Ketanest abhängig?

Ketanin kann stark psychisch abhängig machen. Nach mehrmaliger Einnahme entwickelt sich zügig eine Toleranz, welche eine Steigerung der Dosis zur Folge hat. Ketanest sollte daher nur mit hoher Vorsicht vom Arzt verabreicht werden.

Ketamin war auch in der Vergangenheit als Partydroge "Special K" bekannt. Das Opioid wurde dabei dazu missbraucht, Halluzinationen, besondere Gefühlszustände und Traumerlebnisse hervorzurufen.

Welche Alternativen zu Ketanest gibt es?

Alternativen zum Opioid Ketanest sind die üblichen Narkotika oder Sedativa, die bei beatmeten Patienten unverzichtbar sind. In diesem Kontext ist natürlich die Narkosebehandlung anzuführen. Weitere Opioide sind Propofol und Fentanyl.Atemmaske bei Vollnarkose


Das könnte Sie auch interessieren:

 

Möchten Sie mehr über die Möglichkeiten des Behandlungsemthoden mit Ketamin beim Zahnarzt in der Zahnarztpraxis erfahren? Dann rufen Sie uns jetzt an und vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch:

Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Kieferchirurgie, TSP Implantologie 
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)


Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 04.11.2016

Öffnungszeiten »
Mo - Fr: 08:00 - 18:00 Uhr
Sa:          08:00 - 13:00 Uhr
Adresse »
Zahnarzt Berlin Dr. Seidel
Förster-Funke-Alle 104
14532 Kleinmachnow-Berlin

Email:
info@zahn-implantate-berlin.de
Tel.: 033203 85200
Rückruf anfordern »Termin vereinbaren »Email schicken »Anfahrtskarte »Zahnarzt Notdienst »Notruf: 0174/7003008