Keramikimplantate

Keramikimplantate = Bioverträgliche Zahnimplantate?

Keramikimplantate werden immer häufiger eingesetz, da nicht jeder Patient Metallimplantate verträgtSeit gut 40 Jahren ist Titan das Standardmaterial bei Zahnimplantaten. Doch das Metall wird nicht von allen Patienten vertragen. Als Alternative konnten sich vor nunmehr zehn Jahren Keramikimplantate aus Zirkoniumdioxid etablieren.

Dank der stetigen Entwicklung der Technologie werden sie ihren Gegenstücken aus Titan immer ähnlicher.

Das erste Keramikimplantat wurde 1975 in Deutschland als das Tübinger Implantat im Zuge einer Sofortimplantation eingesetzt. Dieses Aluminiumoxidkeramikimplantat wurde nach einer Zahnextraktion in den Kieferknochen eingeklopft.

Lesen Sie welche Vor- und Nachteile das metallfreie Implantat aus Keramik birgt.

Inhaltsübersicht:

Warum metallfreie Implantate?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Implantate ohne Metall von vielen Patienten bevorzugt werden.Explizite Allergien gegen Titan sind extrem selten. Häufiger tritt eine erhöhte neigung zu Entzündungen auf.Metallfeie Implantate können aus verschiedenen Gründen seitens der Patienten bevorzugt werden. Tatsächliche Titanallergien sind sehr selten (0,06%), häufiger tritt dafür eine verstärkte Entzündungsneigung auf Titan auf, etwa 5% bis 10% aller Patienten sind davon betroffen. Die Konsequenz der Disposition: langfristig rufen Tintanimplantate chronische Entzündungen bei den Betroffenen hervor, Implantatverlust nicht ausgeschlossen.

Ein einfacher Labortest (Titanstimulationstest per Blutanalyse) kann vor der Zahnimplantation helfen und die Entscheidung für oder gegen Keramikimplantate erleichtern. Er kostet ca. 50 Euro, das Ergebnis liegt bereits nach einer Woche vor. Sollte sich die Entzündungsneigung nachweisen lassen, stellen Implantate aus Zirkonkeramik eine gute Alternative dar. Manche Patienten verzichten generell auf Metall, um kein Risiko einer potentiell schädlichen Wirkung eingehen zu müssen. Und schließlich werden metallfreie Implantate auch aus ästhetischen Gründen immer beliebter, der Wunsch nach zahnfarbenen Implantaten, bei denen kein Metall durchs Zahnfleisch schimmert, wird mit Keramikimplantaten zur Wirklichkeit.

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Woraus bestehen Keramikimplantate?

Meist bestehen Keramikimplantate aus einer Mischung aus Zirconium, Silicium und Yttriumoxid.

Keramikimplantate bestehen am häufigsten aus Nano-Zirkoniumoxid (chemische Abkürzung ZrO2). Dabei handelt es sich um eine Verbindung aus den Stoffen Zirconium, Silicium und Yttriumoxid. Zwar wird der Stoff als Keramik bezeichnet. Mit der Keramik, die wir aus dem Bereich des Essgeschirrs kennen, hat der Werkstoff jedoch wenig gemein.

Das moderne Keramikimplantat der vierten Generation zeichnet sich durch eine enorme Kompressions- und Biegefestigkeit aus. Es gibt weitere Varianten aus Glas- und Aluminiumoxydkeramik, die Zirkonkeramik ist allerdings am weitesten verbreitet.

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Was sind die Vor- und Nachteile?

Zu den größten Vorteilen von Keramikimplantaten gehört, dass diese besonders natürlich aussehen und zudem Hitze und Kälte nicht weiterleiten.Keramikimplantate verfügen über bedeutende Vorteile gegenüber Titanimplantaten. Implantate aus Keramik ähneln der natürlichen Zahnsubstanz besonders stark. In ästhetisch relevanten Zonen des Frontalbereichs sind sie dank der natürlich wirkenden weißen Farbe und ihrer besonderen Lichtdurchlässigkeit kaum vom natürlich gewachsenen Zahn zu unterscheiden.

Ein nicht zu unterschätzender weiterer Vorteil von Keramikimplantaten liegt darin, dass sie weniger zu Plaqueanlagerungen neigen.Auch entfällt das Durchschimmern von dunklem Metall bei dünnem Zahnfleisch. Keramikimplantate sind im Gegensatz zu Metallimplantaten nicht temperaturleitend und zeichnen sich durch eine gute Verträglichkeit aus. Interaktionen mit anderen Werkstoffen oder Metallen in der Mundhöhle sind nicht bekannt. Vor allem Implantate aus Zirkon gelten als antiallergen und verfügen über eine höhere Festigkeit als Titan. Den Titanimplantaten sind Keramikimplantate auch hinsichtlich der Neigung zur Plaqueanlagerung überlegen, bei der Keramik besteht eine sehr geringe Plaque-Affinität. Sie beugen also parodontalen Verhältnissen besser vor.

Momentan liegen die einzig bekannten Nachteile in den höheren Kosten und fehlenden Langzeitstudien zur Stabilität der Implantate aus Keramik.

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Was kostet ein Keramikimplantat?

Was ein Keramikimplantat kostet, hängt imme ganz vom Befund ab. Der Preis bewegt sich zwischen 900 und 2.000 Euro.Je nach Befund und Implantattyp entstehen Kosten zwischen 900 Euro und cirka 2.000 Euro (zahnärztliches Honorar, Material- und Röntgenkosten inklusive). Für die künstliche Zahnkrone, die ebenfalls aus Zirkonoxid bestehen kann, entstehen zusätzliche Kosten, die Krankenkassen übernehmen einen Teil davon im Rahmen des Festzuschusses für die Regelversorgung.

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Welche Allergien können ausgelöst werden?

Zirkon wird für seine gute Biokompatibilität und Immunverträglichkeit geschätzt, daher eignet sich der Stoff auch für Allergiker. Zirkonkeramik harmoniert besonders gut mit dem menschlichen Organismus, allergische Reaktionen auf Keramikimplantate sind nicht bekannt.

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Was sind Zirkonoxidimplantate?

Heute bestehen so gut wie alle Zirkonkeramikimplantate aus Zirkonoxid.

Das Material Zirkon ist chemisch inert und dem Titan hinsichtlich Ästhetik und Plaqueresistenz überlegen. In vielen anderen Charakteristiken jedoch nicht.Das Material Zirkon ist chemisch und dem Titan hinsichtlich Ästhetik und Plaqueresistenz überlegen. In vielen anderen Charakteristiken jedoch nicht. Keramikimplantate wurden in Deutschland frühzeitig eingesetzt (Tübinger Sofortimplantat), hatten sich aufgrund ihrer damaligen Materialeigenschaften (Implantatbruch) nicht durchsetzen können.

Ein Vorteil der Keramiimplantate aus Zirkonoxid sind Ihre weiße Farbe und Ihre völlige Metallfreiheit.

Ein Vorteil der Keramiimplantate aus Zirkonoxid sind Ihre weiße Farbe und Ihre völlige Metallfreiheit.

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Keramikimplantate für Frontzähne

Bei ästhetischen Frontzahnrehabilitation und einem dünnen Zahnfleisch werden in der ästhetischen Zahnmedizin deshalb Keramikimplantate mit keramischen Abutments vom Zahnarzt bevorzugt eingesetzt. Bislang gab es immer noch ein Problem bei der Befestigung dieser Abutments durch die zweiteilige Verschraubung, welche schon bis zum heutigen Zeitpunkt durch Hersteller (z. B.SwissDental) gelöst wurde. Auch bei Patienten mit multiplen allergischen Problemen erfreut sich Keramik einer zunehmenden Beliebtheit für Implantate. Hinzu kommt, dass bei Keramikimplantaten eine geringe Plaqueanlagerung stattfindet, was die Erkrankungshäufigkeit einer Implantatentzündung deutlich senkt.

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Wie lange ist ein Keramikimplantat haltbar?

Da Keramikimplantate noch relativ neu sind in der Zahnchirurgie gibt es keine Langzeitstudiuen zu Verträglichkeit und Haltbarkeit.

Keramikimplantate stellen eine relative Neuheit in der Zahnmedizin dar, daher fehlen Langzeitstudien. Das bedeutet jedoch nicht, dass Zirkonimplantate nicht genauso lange oder gar noch länger als Titanimplantaten halten können. Die Zeit wird es zeigen.

Auch zu Anfangszeiten der Titanimplantate lagen solche Studien noch nicht vor. Trotzdem hat sich das Metall zum Standartmaterial in der Zahnmedizin entwickelt. Das gleiche könnte mit dem Hochleistungsmaterial Zirkonkeramik passieren.

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Gibt es Unverträglichkeiten mit anderen Werkstoffen?

Wechselwirkungen mit anderen Substanzen oder Metallen sind bei diesem Medizinprodukt nicht bekannt.

Keramikimplantat abgebrochen - was tun?

Das typische Abplatzen (Chipping), wie man es von klassischer Keramik her kennt, ist im Hinblick auf die physikalischen Eigenschaften der Zirkonimplantate nicht zu erwarten. Keramikimplantate weisen eine hohe Bruchfestigkeit aus, deshalb wird das High-Tech-Material auch als "keramischer Stahl" bezeichnet. Sollten sich überraschend doch Materialschwächen zeigen, ist der Besuch beim Zahnarzt kurzfristig angeraten.

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Risiken bei Titan-Implantaten

Titanimplantate bestehen häufig nicht aus reinem Titan, die Implantate werden aus Metalllegierungen gefertigt, denen Metalle wie Nickel, Palladium oder Cadmium beigesetzt werden. Diese Zusatzstoffe können eine toxische Wirkung entfalten und zu chronischen Beschwerden führen. Zudem besteht die Gefahr, dass verschiedene Metalle im Körper (Gold, Amalgam, etc.) sich gegenseitig beeinflussen, was eine Dauerreizung des vegetativen Nervensystems zur Folge haben kann. Unverträglichkeiten, wie eine verstärkte Entzündungsneigung auf Titan, wird bei ca. 10% der Patienten beobachtet. Eine echte Titanallergie ist selten, aber möglich.

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Welche Implantattypen gibt es noch?

  • Titanimplantate
  • Implantate aus diversen Keramikarten
    (neben der Zirkonkeramik auch Glaskeramik und Aluminiumoxydkeramik)
  • Verbund-Implantate, die gleichzeitig aus Titan und Keramik bestehen

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Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie, Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei  Berlin (Potsdam Mittelmark)


Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 21.11.2016

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