Zahnunfall und Mundschutz

Zahnunfall - Zähne schützen durch Mundschutz

Schematische Darstellung einer Zahnfraktur nach einem Zahnunfall.Nicht nur die Zeit wird immer schnelllebiger, sondern auch der Mensch. Temporeiche Sportarten und das wilde Spiel von Kindern bilden Risikofaktoren für Unfälle mit unterschiedlichen Folgen. Eine davon ist die Beschädigung oder der Verlust eines Zahns. Bevorzugt sind Kinder von diesen Unfällen betroffen. Laut Statistik erleidet jedes dritte bis vierte Kind bis zum 16. Lebensjahr einen sogenannten Zahnunfall, wobei die Schneidezähne am häufigsten betroffen sind.

In einer von Januar 2009 bis Juli 2014 durchgeführte Erhebung an Schulen und in Schwimmbädern wurden 1.173 Zahnunfälle mit unterschiedlichen Auswirkungen gemeldet.

Inhaltsübersicht

 

Allgemeines über Zahnunfälle

Seit 15 Jahren ist zu beobachten, dass Schädelverletzungen mit einem Zahnunfall bei Fahrradstürzen und bei Trendsportarten, wie Inlineskating oder Skateboard-Fahren, Boxen und Eishockey im Vergleich zu Gesichtsverletzungen bei Straßenverkehrsunfällen deutlich zugenommen haben. Die Auswertung von 6.000 Patienten mit Gesichtstrauma ergab bei 33 Prozent der Patienten als Unfallursache eine sportliche Betätigung und bei nur zehn Prozent einen Verkehrsunfall. Bei Schädelverletzungen sind häufig auch Zähne beteiligt.

Zahnunfall mit Schmelz-Dentin-FrakturJe nach Schweregrad des Zahnfalls ist mit einer mehr oder minder schweren Verletzung-Fraktur der Zahnhartsubstanz zu rechnen. Eine oberflächliche Beschädigung des Zahnes betrifft meistens nur den Zahnschmelz. Sollte die Zahnfraktur tiefer gehen kommt es zu einer Fraktur des Zahnbeines (Dentin).

Je nach Schweregrad der Schmelz-Dentin-Fraktur kann der betroffene Zahn durch eine Zahnfüllung aus Komposit versorgt werden. Sollten größere Areale der Zahnhartsubstanz betroffen sein, empfiehlt sich die Anfertigung einer Zahnkrone, welche mit dem Cerec-Verfahren sofort emöglicht werden kann. Bei einem solchen Vorgehen ist die Vitalität vom Zahnnerv zu überprüfen. Sollte dieser durch das Frontzahntrauma beschädigt worden sein muss im Vorfeld einer Versorgung mit Zahnersatz eine Wurzelbehandlung erfolgen. Nach dieser Zahnwurzelbehandlung wird die Krone des Zahnes mit einem Provisorium versorgt.

Behandlung einer Wurzelfraktur

Luxation des Zahnes mit KieferbruchEine Wurzelfraktur ist sehr oft mit einem lokalen Kieferbruch des Kieferknochen verbunden. Wenn zusätzlich der Zahn aus seinem Knochenfach aus der ursprünglichen Okklusion verschoben wurde, muss der Notzahnarzt den Zahn wieder in die richtige Position bringen(Reponierung) und mit einer sogen. Drahtbogen-Kunststoffschiene fixieren. Nach entsprechender Wundreinigung und Gabe von Antibiotika ist später abzuklären, ob der Zahn langfristig erhalten werden kann.

Wurzelfraktur - Frontzahn - RöntgenbildNach einem frontalen Zahnunfall (Frontzahntrauma) kann es durch extrem starke Kräfte zu einem Zahnverlust kommen. Bei einer Wurzelfraktur ist vom Zahnarzt abzuklären, ob der Zahn noch erhaltungswürdig ist. In der Vergangenheit wurde eine sog. Transdentale Fixation mit Erhalt des Zahnes und Entfernung der Wurzelspitze (Wurzelspitzenresektion) empfohlen.

In dem meisten Fällen wird eine schonende Entfernung des Zahnes und der frakturierten Wurzelspitze durch Osteotomie durchgeführt. Sollte der ortständige Kieferknochen intakt sein kann in solchen Fällen eine Sofortimplantation vorgenommen werden.

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Anzeichen für einen Zahnunfall - Lockere Zähne

Ein Zahnunfall ist in den meisten Fällen verhältnismäßig schnell zu erkennen. Im Zuge einer Krafteinwirkung auf den Gesichtsbereich besteht immer die Gefahr, dass sich ein Zahn lockert, ausfällt oder ein Stück des Zahnes abbricht. Sehr oft ist Zahnfleischbluten im Sulcus des betroffenen Zahnes ein Anzeichen für eine Subluxation oder auch Luxation des Zahnes nach einem Trauma in diesem Bereich. Desgleichen muss auf Weichteilverletzungen der Mundschleimhaut der entsprechenden Region geachtet geachtet werden, welche nach Wundreinigung mit Wasserstoffperoxid (3%) meist durch einfache Fixationsnähte versorgt werden können.

Ist keines dieser Anzeichen vorhanden und die verunfallte Person klagt über Schmerzen am Zahn, ist dies ebenfalls ein Grund, einen Zahnarzt oder am Wochenende und Abend einen Notzahnarzt zu konsultieren. In diesem Fall prüft der Zahnarzt, ob sich der Nerv von der Einwirkung wieder erholt oder abstirbt und entscheidet über die richtige Behandlung. Gleichzeitig muss eine eventuell interne Fraktur im Kieferbereich abgeklärt werden.

Zahnunfall beim Kind

Frontzahntrauma KindErleidet ein Kind im Rahmen eines Unfalles eine Verletzung oder den Verlust eines Zahnes, ist schnelles und vor allem richtiges Handeln unverzichtbar. Bei jeder Beschädigung des Zahnes ist es wichtig, innerhalb von maximal 48 Stunden einen Zahnarzt zu konsultieren. Herausgeschlagene oder abgebrochene Zähne haben gute Chancen, wieder eingesetzt werden zu können (Reimplantation), wenn die Zahnbehandlung möglichst rasch beginnt.

Für solche Notfälle eignet sich die sogenannte Zahnrettungsbox, in welcher der verlorengeangene Zahn in physiologischen Mileu bis zur Wiedereinpflanzung in den Kieferknochen aufbewahrt werden kann.

Tipps zur Erstversorgung

Im Rahmen der Erstversorgung ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und den Überblick zu bewahren. Bei starker Blutung wird diese durch das Beißen auf ein Stück Gaze oder ein Stofftaschentuch eingedämmt. Die weitere Vorgehensweise ist abhängig von der Zahnverletzung.

Zahn nach Unfall nicht AnfassenStellen Sie gelockerte oder verschobene Zähne fest, darf an den Zähnen auf keinen Fall manipuliert werden. Im Zeitraum bis zum Beginn der Behandlung darf der Patient nur vorsichtig zusammenbeißen. Herausgeschlagene oder abgebrochene Zähne können gerettet werden. Aus diesem Grund muss das fehlende Stück oder der herausgeschlagene Zahn möglichst rasch gefunden werden. Feucht lagern und auf dem schnellsten Weg zum Zahnarzt ist bei diesen Unfällen von größter Bedeutung.

Achtung: Den gefundenen Zahn oder das Zahnstück ausschließlich an der Zahnkrone anfassen und nie an der Wurzel oder am Bruchrand sowie auf keinen Fall selbst reinigen. Die professionelle Zahnreinigung erfolgt durch den Zahnarzt.

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Transport und Lagerung der Zähne

Die ideale Lager- und Transportmöglichkeit ist eine spezielle Zahnrettungsbox, die in jeder Apotheke erhältlich ist. Ist keine dieser praktischen Boxen verfügbar, wird der Zahn oder das Zahnstück in einem feuchten Tuch aufbewahrt. Alternativ kann für den direkten Weg vom Auffinden des Zahns bis zum Zahnarzt eine isotone Kochsalzlösung oder gekühlte fettarme H-Milch (maximal 1 - 2 Stunden) verwendet werden. Nachteile der Verwendung von steriler Kochsalzlösung oder kalte Milch sind schlechteren Heilungschancen.

Wurden Milchzähne ausgeschlagen, muss vom Zahnarzt kontrolliert werden, ob der dahinter liegende Zahn nicht verletzt wurde. Um eine Keimschädigung der bleibenden Zähne zu vermeiden, wird auf das Einsetzen der Milchzähne oft verzichtet.

Zahnunfall beim Erwachsenen

Box für Zahnrettung nach UnfallDie Sofortmaßnahmen bei Kindern und Erwachsenen sind bei Zahnunfällen gleich. In jedem Fall sollten Sie unverzüglich den Zahnarzt Notdienst aufsuchen. Stillen Sie eine eventuell vorhandene Blutung und suchen Sie umgehend herausgeschlagene oder abgebrochene Zähne bzw. Zahnstücke.

Die Zahnstücke bzw. Zähne müssen unbedingt in einer Zahnrettungsbox, sterilen Kochsalzlösung oder einem Tuch feucht lagern werden. Ist keines dieser Hilfsmittel zur Hand, kann bei Erwachsenen und Jugendlichen der Zahn oder das Teilstück unter der Zunge aufbewahrt werden. Für wieder gefundene Zähne oder Zahnstücke Erwachsener gilt das Gleiche wie bei Kindern: nie an der Zahnwurzel sondern ausschließlich an der Krone anfassen und nie reinigen. Die professionelle Zahnreinigung wird vom Zahnarzt durchgeführt.

Zahnunfall beim Sport

Zahnunfall bei Ballspielen kommen sehr häufig vor.Bei einem Sportunfall mit Zahnverlust kommen meist auch noch eine Verletzung der Weichteile, wie z.B. des Zahnfleisches, der Wange und der Lippen hinzu. Durch starke frontale Kräfte, wie beim Hockey, Boxen oder Tennis kann es bei einem starken Zahnunfall zu einem Kieferbruch kommen.

In jedem Fall sollte hier ein chirurgisch versierter Zahnarzt, welcher in der Versorgung eines sogenannten Frontzahntraumas geübt ist schnellstens aufgesucht werden.

Zahnzusatzversicherung übernimmt die Kosten

Kann ein Zahn aus verschiedenen Gründen nicht mehr in das Zahnfach eingesetzt werden, muss die entstandene Lücke durch Implantate oder eine Brücke gefüllt werden. Abgebrochene Zähne werden mit einer Zahnkrone versorgt.

Die gesetzliche Versicherung übernimmt bei Erwachsenen ausschließlich die Regelversorgung. Wenn ein Zahnersatz benötigt wird. Zahnimplantate und alle anderen Kosten außerhalb der Regelversorgung müssen vom Versicherten selbst getragen werden. Nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder ist es sinnvoll, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen.

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Präventionsmöglichkeiten

Die Ziele der Prävention bestehen meist einerseits in der Verhütung von Unfällen und andererseits in der Verminderung der Verletzungsschwere im Falle eines Unfalls. Um dies zu erreichen, kommen verschiedene Präventionsmaßnahmen und Hilfsmittel zur Anwendung. Neben der Aufklärung der Bevölkerung über die Unfallprävention werden verschiedene Schutzvorrichtungen verwendet. Sehr oft sind es auch Kinder, die nach einem Zahnunfall ihren ersten Zahnarztbesuch warnehmen.

Der Mundschutz - sicherer Schutz für die Zähne

Durch einen Mundchutz beim Boxen vor einem Zahnunfall schützenEine körpergetragene Schutzvorrichtung im Mund-Kiefer-Gesichtsbereich ist der Mundschutz. Bei Kontaktsportarten, wie dem Boxen, ist das Tragen eines Mundschutzes schon lange üblich und die Verhinderung von Zahnverletzungen lange bekannt.

Selbst W. Klitschko würde heute nicht ohne Mundschutz gegen einen Box-Amateur in den Ring steigen. Die gute Wirksamkeit des Sportmundschutzes wird aber auch von Spielern verschiedener Ballsportarten genutzt.

Interessante Fakten

Durch den Einsatz des Mundschutzes:

  • 82 Prozent weniger Zahnverletzungen bei Basketballspielern in den USA 
  • 1993 trugen nur 67 Prozent der neuseeländischen Rugbyspielern einen Mundschutz, heute sind es 97 Prozent

 

Wie funktioniert ein Mundschutz?

Ein Mundschutz ist ein effektives Mittel, um die Zähne vor harten Schlägen zu schützen.

Der Mundschutz fungiert als Abstandhalter zwischen Zahnreihe, Wange und Lippen und verhindert somit Weichgewebsverletzungen (Zahnunfall) im Mundbereich. Durch eine Verteilung und Dämpfung der einwirkenden Kraft wird das Frontzahntrauma verhindert.

Durch die Trennung der Zahnreihen wird ein Aufeinanderprallen der Zähne im Moment der Krafteinwirkung verhindert. So können Verletzungen der Zähne des Oberkiefers, zum Beispiel beim Sturz auf das Kinn, vermieden werden. Die United States Joint Committee on Mouth Protectors stellt folgende

Anforderung an einen Mundschutz

  1. Sicheren Sitz und Halt
  2. Angenehmes Tragen
  3. Geringe Beeinträchtigung beim Sprechen und Atmen
  4. Bruchfestigkeit
  5. Sicherer Schutz von Zähnen, Zahnfleisch und Lippen

 

Anfertigung eines individuellen Mundschutzes

Nach einer einfachen Abformung beim Zahnarzt wird im Zahntechnik Labor auf Modellen von Ober-und Unterkiefer der Mundschutz angefertigt. Üblicherweise kommen weichbleibende Acrylkunststoffe und thermoplastische Vinylkunststoffe zur Anwendung. Ein Mundschutz kann auch mittels einer entsprechend ergänzten Tiefziehschiene hergestellt werden.

Um einen passenden Munschutz zu fertigen, wird ein Abdruck Ihres Gebisses genommen.Bei der Verwendung des Mundschutzes gilt die alte Volksweisheit "Vorbeugen ist besser als heilen". Allerdings sollte im Zeitalter knapper werdender Ressourcen und Ökonomisierung der Medizin der Spruch noch ergänzt werden: "Vorbeugen ist besser und billiger als heilen."

Die Anfertigung eines Mundschutzes kostet lediglich ein Zehntel im Vergleich zu einer implantatgetragenen Krone, und er stellt somit ein einfaches und wirksames Mittel zur Prävention vor einem Zahnunfall dar.

Möchten Sie mehr über die protektiven Möglichkeiten eines Sportmundschutzes erfahren? Dann rufen Sie uns jetzt an und vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch:

Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)


Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 26.07.2016

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